Zahlreiche Neubaupläne
Bully in geschlossener Gesellschaft

Die Deutsche Eishockey-Liga hat sich abgeschottet: Mit Düsseldorf spielt der achte Verein in einer neuen, dichten Arena.

NÜRNBERG. Früher, da stand Eishockey für frierende Zuschauer, für reichlich Glühwein- und Bratwurstkonsum. Die Spielstätten waren kalt und zugig, nach drei Seiten dem Winter schonungslos ausgesetzt. Bestes Beispiel war das Eisstadion an der Düsseldorfer Brehmstraße. Bis Mitte das Jahres spielten dort die DEG Metro Stars. Doch das war früher, selbst dieser 71 Jahre alte Tempel deutscher Eishockey-Tradition hat nun der Moderne weichen müssen.

Der achtmalige Meister DEG spielt ab dieser Saison im ISS Dome, einem 72 Millionen Euro teuren, 13 400 Zuschauern Platz bietenden Neubau im Düsseldorfer Stadtteil Rath. In der historischen Spielstätte an der Brehmstraße ließen sich die VIPs nicht stilgerecht versorgen. „Die Zeiten haben sich geändert“, sagt DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp. „Sponsoren und Vermarktung machen inzwischen 75 Prozent der Einnahmen aus. Ohne Umzug müsste die billigste Eintrittskarte bald 60 Euro kosten, sonst vertrocknet die DEG wirtschaftlich wie sportlich.“

Ohne die neue Arena zuvor von innen gesehen zu haben, entschieden sich 3 600 Kunden mehr als in den Vorjahren zum Kauf einer Dauerkarte. Auch das Publikum, nicht nur die Sponsoren, nimmt den Neubau also gerne an. Eine Entwicklung, die sich weiter fortsetzen wird. Acht Vereine der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) logieren bereits in neuen Arenen. In Berlin haben die Arbeiten an der O2 World begonnen (Inbetriebnahme 2008), in Frankfurt existieren konkrete Neubaupläne. So spielen bald nur noch Augsburg, Duisburg, Iserlohn und Straubing in klassischen Eishockeystadien.

Weil Investoren und Betreiber moderner Multifunktionsarenen Planungssicherheit benötigen, verzichtet die DEL bis 2011 auf den sportlichen Abstieg. „Ein Ausstieg kann, wenn nicht wirtschaftliche Gründe dazu zwingen, nur freiwillig erfolgen“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Umgekehrt dürfen noch zwei Vereine in die DEL aufsteigen. Die Liga hätte dann 16 Mannschaften.

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