Zu Beginn der zweiten Verkaufsphase ärgern sich viele Interessenten
WM–Tickets: Fußballfans bleiben im virtuellen Warteraum hängen

Nach zwei Stunden gab Rolf Gerstendorff auf. Der Flugbegleiter hatte von seinem Internetanschluss in Berlin aus versucht, Eintrittskarten für die Fußball-WM 2006 zu bestellen. Doch wie Tausende andere Fans blieb er in einem virtuellen Warteraum hängen – und hoffte vergeblich, zum Bestellformular vorzudringen.

BERLIN. Nach zwei Stunden gab Rolf Gerstendorff auf. Der Flugbegleiter hatte von seinem Internetanschluss in Berlin aus versucht, Eintrittskarten für die Fußball-WM 2006 zu bestellen. Doch wie Tausende andere Fans blieb er auf www.fifaworldcup.com in einem virtuellen Warteraum hängen - und hoffte vergeblich, zum Bestellformular vorzudringen. Um 14 Uhr loggte er sich aus.

Um 12 Uhr hatten die WM-Organisatoren die Seite freigeschaltet, auf der Tickets zur Begleitung einer Mannschaft angeboten wurden. Einzelkarten gab es nicht, und wichtige Teams wie Deutschland, England und Brasilien waren schon ausverkauft - dennoch versuchten viele, über den Umweg einer Teamserie an Finalkarten zu kommen. Denn Pakete für sieben Spiele von Togo oder Paraguay würden ihre Gültigkeit behalten, wenn die Teams ausscheiden, und sich auf den Sieger übertragen. Voraussetzung aber ist, dass sie sich zunächst für die WM qualifizieren. Tun sie das nicht, erhalten die Fans ihr Geld zurück - abzüglich einer Bearbeitungsgebühr.

Das Organisationskomitee (OK) äußerte sich positiv zum Start der zweiten Verkaufsphase. "Mit den Teamserien tragen wir den Wünschen vieler Fans Rechnung", sagte OK-Vize Horst R. Schmidt. Neu war eine Sicherheitsabfrage. Dort war eine Kombination aus fünf verzerrt dargestellten Buchstaben und Zahlen zu sehen, diese mussten die Fans extra eingeben. "Die Kombination konnte nur vom menschlichen Auge entschlüsselt werden", erklärte das Organisationskomitee. "So konnten automatisierte Bestellungen verhindert werden." In der ersten Verkaufsphase mussten zwei Millionen automatisch gefälschte Bestellungen aus den USA aussortiert worden. Einzelkarten gibt es wieder im Dezember.

Wer am Montag Glück hatte, bekam gleich eine Bestätigung für seinen erfolgreichen Kartenkauf. Rolf Gerstendorff will sich nun um einen Job bei den WM-Organisatoren bewerben. "Als Steward habe ich mehrere Fremdsprachen gelernt", sagt der 54-Jährige. "Vielleicht kann ich WM-Gäste betreuen und so noch ins Stadion kommen."

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