Zukunft von Hoppegarten ungewiss
Union-Club stellt Insolvenzantrag

Der traditionsreichen Galopprennbahn in Hoppegarten bei Berlin steht vor dem Aus. Der Union-Club als Betreiber der Rennbahn hat nach eigenen Angaben am Mittwoch beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) einen Insolvenzantrag gestellt.

HB BERLIN. Mit dem 134 Jahre alten Traditionsverein ziehe sich der zur Zeit einzig mögliche Betreiber zurück, hieß es in einer Mitteilung des Clubs. Bereits abgesagt sind die Renntage am 14. und 19. August sowie am 11. September. Dem Insolvenzverwalter soll es gelingen, die Renntage am 28. August und am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, durchzuführen. Sie sind laut Union-Club durch Sponsoren abgedeckt.

Mit der Mitteilung beendete der Club Spekulationen, die durch Berichte mehreren Zeitungen aus Berlin und Brandenburg über die bedrohliche finanzielle Lage aufgekommen waren. Der Union-Club warnte nach seinem Schritt vor einem Domino-Effekt für den gesamten Galopp- Rennsport in Ostdeutschland. Zugleich machte er die brandenburgische Landesregierung für seinen Schritt mitverantwortlich.

Sie habe in den zurückliegenden neun Monaten keinen Beschluss zum Thema Hoppegarten getroffen. Eine Entscheidung über die Zustimmung zu einem Stiftungsmodell solle erst nach der Antwort auf eine Anfrage zur Förderfähigkeit Hoppegartens bei der Europäischen Union (EU) erfolgen. Mit einer Nachricht werde nicht vor dem Herbst gerechnet.

Sowohl der Landesregierung als auch der Treuhand-Nachfolgerin BVVG sei seit Monaten bekannt, dass diese Verzögerung unweigerlich zur Insolvenz des Union-Clubs, zur Einstellung des Renn- und Trainings- Betriebes in Hoppegarten und zum Verlust von über 50 Vollzeit- und mehreren hundert Teilzeit-Arbeitsplätzen führen werde. Außer der Landesregierung hätten sich zuletzt bereits alle Entscheidungsträger mit der angestrebten Modernisierung der 82 Jahre alten Rennbahn befasst. Der Union-Club sei allein nicht in der Lage, sechs Millionen Euro für die Renovierung der Haupttribüne zu mobilisieren.

Die Rechtslage rund um die Bahn ist kompliziert. Alleinige Gesellschafterin der Galopprennbahn Hoppegarten GmbH ist die Treuhand-Nachfolgerin BVVG. Da ein Eigentumsstreit zu Gunsten des Bundes endete, ist er mittelbarer Gesellschafter der GmbH. Der Bund soll daher als Hauptgeldgeber für eine Stiftung auftreten, an der auch das Land und die umliegenden Kommunen beteiligt sein sollen. Die Errichtung der Stiftung scheiterte laut Union-Club aber daran, dass das Land Brandenburg die finanzielle Ausstattung als nicht ausreichend ansah. Zu Jahresbeginn 2002 war der Union-Club über einen Erbbaurechtsvertrag für die Fortführung des Rennbetriebs zuständig.

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