Zum 21. Mal
Deutsche Dressurreiter wieder Mannschafts-Europameister

Zum 21. Mal nacheinander sind die deutschen Dressurreiter Mannschafts-Europameister geworden. In Hagen am Teutoburger Wald gewann die Mannschaft am Freitag das bis zum letzten Reiter spannende Duell gegen den „ewigen Zweiten“ Niederlande.

HB HAGEN. Damit ist die deutsche Equipe, zu der Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) mit Wansuela Suerte, Ann-Kathrin Linsenhoff (Kronberg/Taunus) mit Sterntaler, Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte und Klaus Husenbeth (Sottrum/Bremen) mit Piccolinogehörten, bei der EM seit 40 Jahren ungeschlagen. Platz drei ging an Spanien vor Schweden.

Das niederländische Quartett, das diesmal als Favorit für die kurzfristig von Moskau nach Hagen verlegten Titelkämpfe gegolten hatte, stellte in der 37 Jahre alten Doppel-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Anky van Grunsven mit Keltic Salinero zwar die überragende Reiterin, aber die Gastgeber präsentierten die ausgeglichenste Mannschaft. Husenbeth blieb als einziger der Europameister bei seinem Auftritt unter Normalform.

Mit nur 13 Punkten Vorsprung setzten sich die Deutschen am Ende durch. Sie hatten 5321 Punkte auf dem Konto, die Niederlande 5308 Punkte. Bei den Gästen hatte van Grunsven mit Keltic Salinero, die bei Pirouetten, Piaffen und Passagen einsame Klasse waren, mit 1858 Punkten den größten Anteil.

Die Entscheidung fiel mit dem letzten niederländischen Reiter: Ausgerechnet der frühere deutsche Meister Sven-Günther Rothenberger, der seit über zehn Jahren für die Niederlande reitet, bot mit Barclay eine enttäuschende Leistung, leistete sich eklatante Fehler und verließ restlos resigniert das Stadion. „Ich glaube, Sven war zu nervös“, suchte die enttäuschte van Grunsven nach einer Erklärung.

Dagegen war die Freude bei den Europameistern groß. „Ist das nicht toll, einfach toll. Und wer hatte das für möglich gehalten“, sagte Linsenhoff, nachdem Schlussreiterin Kemmer mit einer überzeugenden Vorstellung den 21. EM-Titel gesichert hatte.

Eine bemerkenswerte Vorstellung gab die Russin Alexandra Korelowa aus dem sibirischen Nishni-Nowgorod. Ihr 15-jähriger Schimmel Balagur aus der traditionsreichen russischen Orlow Traber-Zucht beeindruckte das fachkundige Publikum mit brillanten Piroutten, Passagen und Piaffen. Noch vor wenigen Jahren war Balagur ein Polizeipferd, das täglich bis zu acht Stunden im Einsatz war. Dann entdeckten kundige Dressurtrainer die außergewöhnlichen Qualitäten dieses Pferdes. Seitdem haben Korelowa und Balagur regelmäßig unter dem deutschen Dressur-Altmeister George Theodorescu in Warendorf trainiert. Der verdiente Lohn: Seit Hagen gilt Balagur als eines der besten Dressurpferde der Welt.

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