Zum Auftakt gegen Indien
Finale für den Perfektionisten

Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters wechselt in wenigen Wochen die Sportart und ist dann im Fußball zu Hause. Vorher will er aber noch einmal Weltmeister werden.

MÖNCHENGLADBACH. Die Hockey-Welt von Bundestrainer Bernhard Peters schrumpft in den Halbzeitpausen um den Faktor 100. Vor einer kleinen Magnettafel kniet er inmitten seiner Elf und wirbelt wie ein Hütchenspieler mit seinen Händen über das Modellfeld. Die taktische Anweisung „presst von rechts“ ist jedoch leichter gezeigt als getan. Vor der Weltmeisterschaft in Mönchengladbach verliert Deutschland den letzten Test gegen die Niederlande mit 1:2. Ein Lächeln scheint Peters nach dem Spiel noch schwerer zu fallen als seinen Spielern. Drei Niederlagen hintereinander beim Viernationenturnier in Hamburg. „Die Spieler waren wohl zu sehr auf die WM fokussiert“, sagt Peters.

Ihm könnte es egal sein. Er wechselt nach der WM zum Fußball. Als Sportdirektor der TSG Hoffenheim will er gemeinsam mit Trainer Ralf Rangnick und den Euro-Millionen des SAP-Gründers Dietmar Hopp den Regionalligisten in die Bundesliga führen. Doch Peters ist das Abschneiden seiner Hockeyspieler ganz und gar nicht egal. Der 46-Jährige behauptet schließlich von sich, „immer im Hier und Jetzt zu leben.“

Hier und Jetzt ist die heute beginnende Hockey-Weltmeisterschaft in Mönchengladbach. Und Peters will mit seiner Mannschaft, dem Titelverteidiger, erreichen, was den Fußballern versagt blieb: Einen WM-Titel im eigenen Land gewinnen.

Der Bundestrainer hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Nach massivem Widerstand im Fußballverband gab er seine Ambitionen auf, Sportdirektor im Team von Jürgen Klinsmann zu werden. Klinsmanns Nationalspielerkollege Jürgen Kohler hatte zum Beispiel gegen diese „Schnapsidee“ gewettert und Berti Vogts bewertete den Klinsmann-Vorschlag als Karnevalsscherz, weil man „Hockey nicht mit Fußball vergleichen könne“.

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