Zum ersten Mal seit 22 Jahren bleibt die Rodel-Legende ohne Olympia-Medaille: Hackl verpasst die Krönung

Zum ersten Mal seit 22 Jahren bleibt die Rodel-Legende ohne Olympia-Medaille
Hackl verpasst die Krönung

Rodel-Legende Georg Hackl muss seine Karriere ohne die erhoffte Medaille beenden. In seinem letzten Rennen kam der dreimalige Olympiasieger nicht über den siebten Platz hinaus.

HB TURIN. Rodel-Legende Georg Hackl hat sich zum Abschluss seiner glanzvollen Karriere den Traum von der sechsten Olympia- Medaille nicht erfüllen können. 18 Jahre nach dem Gewinn von Silber in Calgary verpasste der dreimalige Olympiasieger aus Berchtesgaden am Sonntag auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Cesana die Krönung und kam nicht über den siebten Platz hinaus. "Wenn ich schneller hätte sein wollen, hätte ich schneller starten müssen", hatte sich der 39-Jährige schnell mit der Medaillenlosigkeit abgefunden. Da auch David Möller als Fünfter und Jan Eichhorn auf Platz sechs nicht für Hackl in die Bresche springen konnten, blieben die deutschen Männer beim zweiten Olympiasieg des Südtirolers Armin Zöggeler in Folge zum ersten Mal seit 1984 in Sarajevo ohne Edelmetall im Einsitzer.

Nur im ersten Lauf am Samstag hatte der in diesem Winter von zahlreichen gesundheitlichen Rückschlagen geplagte Hackl die Hoffnungen auf eine weitere Medaille nach Gold 1992, 1994, 1998 und Silber 1988 sowie 2002 schüren können. Doch nach Rang drei im Auftaktdurchgang fiel der Routinier immer weiter zurück und musste am Ende sogar David Möller und Nachwuchsmann Jan Eichhorn den Vortritt lassen. Möller verbesserte sich im letzten Lauf vom achten auf den fünften Rang. Der 24-jährige Oberhofer lag einen Platz weiter hinten.

"Armin Zöggeler und Albert Demtschenko sind in diesem Winter das Maß aller Dinge", hatte Hackl schon während der Saison die Überlegenheit der dominierenden Athleten anerkannt. Der Südtiroler Zöggeler nutzte in Cesana seinen Heimvorteil und sicherte sich in 3:26,088 Minuten nicht nur überlegen vor dem russischen Europameister Demtschenko (3:26,198) sein zweites Gold, sondern bescherte den Gastgebern auch den ersehnten Sieg am ersten Olympia-Wochenende. Dritter wurde in 3:26,445 Minuten Martins Rubenis aus Lettland, der damit nach Rang zwei bei der WM 2003 und Rang drei bei der WM 2004 auch olympisches Edelmetall einfahren konnte.

"Wir haben vorher gewusst, dass es schwer wird, bei den Männern eine Medaille zu holen", sagte Bundestrainer Thomas Schwab. "Bronze war das Ziel. Eichhorn hätte sie holen können, aber er hat sie im ersten Lauf verspielt." Eichhorn, der trotz seiner Aufholjagd wie bei der WM 2004 eine Medaille verpasste, sagte: "Hinten heraus bin ich volles Risiko gegangen, für einen fünften oder sechsten Platz kann ich mir ja nichts kaufen." Auch Ex-Weltmeister Möller konnte trotz starker Startzeiten nicht überzeugen. "Mir hat es in den Kurven mehrfach den Arsch abgedreht." Doch der Athlet aus Sonneberg/Schalkau ließ den Kopf nicht hängen: "Ich bin erst 24 und das waren meine ersten Olympischen Spiele."

Nach seiner Bandscheiben-Operation im Sommer, einer Nervenentzündung im Arm ("Ich habe Kraft wie ein zehnjähriges Kind") und zu allem Überfluss noch einer Grippe kurz vor Turin hatte Hackl die letzte Nacht seiner aktiven Laufbahn als Fünfter verbracht - mit intakten Chancen auf eine Medaille. "Die Abstände sind nicht so groß", sagte Hackl. Doch im dritten Durchgang musste er alle Medaillenhoffnungen begraben. Dass der 39-Jährige leer ausging, lag vor allem an seinem wegen der Kraftprobleme im Arm extrem schwachen Start. "Mit diesen Startzeiten kann man nicht gewinnen", analysierte Schwab. "Wenn ich schneller am Start wäre, wäre ich ganz vorne mit dabei", räumte Hackl ein. "Aber was bringt mir der Konjunktiv?"

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