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Zwangsabsteiger Weißenfels will hoch hinaus

Ein Jahr nach dem Zwangs-Absturz hat der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels sich wieder aufgerappelt. In der zweiten Basketball-Bundesliga wollen die "Wölfe" nun einen Neuanfang starten und planen gar den "Durchmarsch".

Auf dem Briefkopf erinnert der Titel "Fiba Europe Cup Men Champion 2004" an erfolgreichere Zeiten. Dem zweiten Triumph eines deutschen Klubs nach Alba Berlin (1995) aber folgte der tiefe Fall mit dem Entzug der Lizenz. Inzwischen hat sich der letzte deutsche Basketball-Europapokalsieger Mitteldeutscher BC aus Weißenfels wieder aufgerappelt. Ein Jahr nach dem Zwangs-Absturz schafften die "Wölfe" den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Diese soll für den einzigen ostdeutschen Topverein nur Zwischenstation sein. "Wir trauen uns den Durchmarsch zu", sagt Team-Manager Martin Geissler.

Marketing-Geschäftsführer Jörg Hexel dämpft allerdings die hohen Erwartungen, will nicht die Fehler seiner Vorgänger wiederholen. "Momentan sieht es nicht so aus, als ob die Bundesliga finanzierbar ist", sagte Hexel. Etwa 400 000 Euro wendet der MBC für die kommende Spielzeit auf, erhielt die Lizenz wie nur neun weitere von insgesamt 32 Zweitligavereinen ohne Auflagen und hat rund 100 000 Euro mehr als in der Regionalliga zur Verfügung.

Im Falle des Durchmarschs müsste der Etat auf jeden Fall drastisch erhöht werden, auch wenn die Zeiten einer teuren Truppe mit Stars wie Wendell Alexis und Stephen Arigbabu vorbei sein sollen. In der Krisenregion ist die Sponsorensuche schwierig. Der aktuelle Etat entspricht übrigens dem "Loch" aus dem einstigen Bundesliga-Budget in Höhe von 1,7 Mill. Euro.

Zuschauerschnitt liegt wohl bei 2 500

Der Zuspruch der Anhänger blieb trotz des Absturzes erstligareif. Beim Neuanfang kamen bis zu 2 500 Anhänger in die Weißenfelser Stadthalle. Während des Höhenfluges in der Bundesliga war das Team zeitweise sogar ins rund 40 Kilometer entfernte Leipzig gezogen, spielte dort in der mit 6 000 Zuschauern ausverkauften Arena gegen Alba Berlin.

Der Europacup-Gewinn 2004 unter Ex-Bundestrainer Henrik Dettmann war damals während der chaotischen Debatten um die Lizenz die sportliche Krönung. Dessen Nachfolger Ari Tammivaara kann beim "Unternehmen Aufstieg" weiter auf seine Leistungsträger bauen. Die "Billigmannschaft" besteht zur Hälfte aus Studenten. Trotzdem wird morgens und abends trainiert, in die Uni geht es zwischendurch. Der Finne hält große Stücke auf seine jungen Wilden: "Sie haben das Talent, große Spieler zu werden. Die Möglichkeiten dazu bieten wir ihnen."

© SID

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