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Zwanziger will neuen Direktor - Vogts umstritten

DFB-Präsident Theo Zwanziger will wie von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gefordert die Position des Technischen Direktors beim Deutschen Fußball-Bund neu einrichten. Der neue Mann soll beim größten Sportfachverband der Welt eine zentrale Rolle spielen.

dpa BERLIN. DFB-Präsident Theo Zwanziger will wie von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gefordert die Position des Technischen Direktors beim Deutschen Fußball-Bund neu einrichten. Der neue Mann soll beim größten Sportfachverband der Welt eine zentrale Rolle spielen.

Neben der Leitung des DFB-Trainerstabes, der Koordination der Leistungszentren und Sichtungsmaßnahmen soll dem Technischen Direktor auch die Aufgabe zufallen, übergangsweise die Nationalmannschaft zu führen, falls bei sportlichem Misserfolg der Bundestrainer nicht mehr zur Verfügung steht. "Dann muss man einen anerkannten Mann haben, der in der Lage ist, mal ein halbes Jahr oder ein Jahr eine solche Aufgabe zu übernehmen, damit man sich neu aufstellen kann", sagte Zwanziger in der "Süddeutschen Zeitung".

Auf Namen für die Besetzung der neuen Position im DFB will sich der Geschäftsführende Präsident derzeit noch nicht festlegen. Zwanziger wies darauf hin, dass der von Klinsmann favorisierte Alt- Bundestrainer Berti Vogts beim Verband auf ein gespaltenes Verhaltnis treffen würde: "Manche sagen, es wäre gut, wenn Berti Vogts wieder da wäre, andere sehen ihn sehr kritisch." Auch Teammanager Oliver Bierhoff sieht Vogts im DFB umstritten: "Es gibt einige Befürworter und einige Gegner beim DFB. Die Gründe liegen in der gemeinsamen Vergangenheit." Vogts hatte von 1990 bis 1998 als Bundestrainer gearbeitet, war auch davor schon lange Jahre beim DFB.

Laut Bierhoff hätten Zwanziger und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt den Vorschlag, Vogts für die neue Position zurückzuholen, nicht abgelehnt. Zwanzigers Partner, Gerhard Mayer-Vorfelder, sei dagegen skeptisch. "Vor allem geht es um die Person Michael Skibbe, der einen Vertrag bis 2006 hat", sagte Bierhoff im Sportmagazin "kicker". Skibbe will nicht unter Vogts arbeiten, füllt derzeit als Jugendkoordinator aber selbst Funktionen aus, die der neue Technische Direktor übernehmen soll.

Bierhoff sieht wie Zwanziger, der nach dem Confederations Cup im Sommer im DFB-Präsidium das neue Profil eines Technischen Direktors vorschlagen will, Notwendigkeiten für weitere Umstrukturierungen. Man müsse sich immer die Frage stellen, ob das alles optimal sei. "Und ob man mit den älteren Trainern noch einmal etwas Neues anfangen kann. Wichtig ist die neue Philosophie, die von einem Mann von oben nach unten durchgebracht wird", erklärte Bierhoff zur Arbeit der derzeitigen DFB-Trainer, die ihrerseits auf übereinstimmende Konzepte verweisen. "Uns stellt sich da als Erstes die Frage: Warum wurde es nicht schon früher gemacht? Es drängt sich der Eindruck auf, dass da etwas abgekupfert wurde. In der Vergangenheit hat da jeder Trainer sein eigenes Süppchen gekocht", sagte Bierhoff.

Zwanziger will als Technischen Direktor "eine knorrige Figur, die auch mal ein bisschen quer denkt und andere Ansätze findet". Vogts sei sicher ein gewichtiger Kandidat, "aber es gibt auch andere", betonte der DFB-Chef. Der neue Mann müsse auch "völlig unabhängig von Klinsmann und dessen Erfolg bei der WM sein". Auch beim Bundestrainer hat Zwanziger längerfristige Perspektiven ausgemacht: "Zunächst hatte ich den Eindruck, dass er nur ein Projekt macht. Die WM 2006. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ihm das Projekt Spaß macht, und ich will nicht ausschließen, dass er für den Fall der erfolgreichen Verlaufes seines Projekts auch Spaß daran hat, nach 2006 weiter bei uns zu arbeiten." Dies gelte auch für Bierhoff, ergänzte Zwanziger.

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