Zwei Unentschieden den Sonntagsspielen der Bundesliga
Elfmeter-Krimi zwischen Nürnberg und BVB

In einem beispiellosen Elfmeter-Krimi hat der 1. FC Nürnberg seine Talfahrt in der Fußball-Bundesliga vorerst stoppen können.

HB NÜRNBERG/BERLIN. Durch einen von Robert Vittek verwandelten Strafstoß (89.) erkämpfte der zuletzt vier Mal in Folge besiegte Aufsteiger am Sonntagabend beim 2:2 (0:0) gegen Borussia Dortmund zumindest einen Zähler, fiel aber in der Tabelle dennoch auf Rang 15 zurück. In einer turbulenten Schlussphase, in der Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) zeitweise völlig den Überblick verlor, hatte Tomas Rosicky (85.) den BVB mit einem ebenfalls zweifelhaften Elfmeter in Führung gebracht.

Vor 28 106 Zuschauern im Frankenstadion war Marek Mintal (76.) mit seinem 19. Saisontreffer der Ausgleich gelungen, nachdem Christian Wörns (62.) die Dortmunder in Führung gebracht hatte. Den ersten Heimsieg für die Nürnberger seit dem 6. November (4:0 gegen Wolfsburg) vergab ausgerechnet Mintal, der in der 66. Minute mit einem umstrittenen Foulelfmeter an BVB-Keeper Roman Weidenfeller scheiterte. In der Schlussphase eines hektischen Spiels sah der Nürnberger Mario Cantaluppi wegen Reklamierens die Gelb-Rote Karte.

"Das war der reine Wahnsinn. So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Wir haben heute eine Supermoral gezeigt", sagte Nürnbergs Kapitän Tommy Larsen nach der von Schiedsrichter-Entscheidungen maßgeblich beeinflussten Partie. Dortmunds Torschütze Wörns bekannte: "Alle drei Elfmeter waren nix. So etwas wie in den letzten 20 Minuten habe ich selten erlebt."



Nach vier Niederlagen in Folge und schon 17 Gegentoren in der Rückrunde präsentierten sich die Nürnberger gegen ihren Angstgegner völlig verunsichert. Nach druckvollem Beginn und vergebenen Chancen von Vittek (3.) und Pekka Lagerblom (5.) verlor der "Club" zusehends die Kontrolle über das Spiel und baute die keineswegs überzeugenden Gäste mit zahlreichen Abspielfehlern regelrecht auf. Zur Pause konnten sich die Hausherren vor allem bei ihrem dritten Torwart Dirk Langerbein bedanken, dass sie ohne Gegentor geblieben waren.

Der in der Winterpause vom MSV Duisburg geholte Schlussmann, der für den verletzten Ersatzkeeper Daniel Klewer sein Bundesliga-Debüt zwischen den Pfosten feierte, reagierte zwei Mal gegen Ewerthon (21./41.) per Fußabwehr prächtig und verhinderte einen Rückstand. Der Brasilianer wirkte bei seinem ersten Einsatz in der BVB-Startelf seit dem 11. Dezember spritzig und war im Angriff ein gleichwertiger Ersatz für den wegen einer Lungenentzündung fehlenden Jan Koller. Mit neuem Schwung, aber nach wie vor wenig Übersicht starteten die Franken in den zweiten Durchgang, in dem Markus Daun (50.) die bis dahin größte Chance zur Führung vergab. Der Ex-Bremer scheiterte aus bester Schussposition an Torhüter Roman Weidenfeller. Wenig später köpfte Vittek (60.) den Ball aus drei Metern über das BVB-Tor.

Wie Tore erzielt werden, wurde den Gastgebern von Wörns demonstriert, der aus 18 Metern traf. Der "Club" wusste zunächst nicht einmal ein Elfmeter-Geschenk von Gräfe zu nutzen, der nach einem Haltegriff von Wörns gegen Daun vor dem Strafraum auf den Punkt zeigte.

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