Zwischenrunde in weiter Ferne
DEB-Team patzt im selbstitulierten Endspiel

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ihr erstes Gruppenspiel gegen Kasachstan aufgrund eines indiskutablen ersten Drittels verloren. Jetzt droht den DEB-Cracks die bittere Abstiegsrunde.

HB WIEN. Im ersten Jahr nach dem Rücktritt des früheren DEB-Cheftrainers Hans Zach droht der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft der Rückfall in die Eishockey B-WM. Beim ersten WM-Gruppenspiel unter der Leitung des neuen Bundestrainers Greg Poss verlor die DEB-Auswahl gegen den Außenseiter Kasachstan mit 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) und muss bei der Weltmeisterschaft in Österreich ernsthaft um den Klassenerhalt bangen.

Gegen die Nummer 17 der Weltrangliste, die sie unter Zach vor einem Jahr bei der WM in Prag noch 4:2 geschlagen hatte, bot die deutsche Mannschaft vor rund 6500 Zuschauern in Wien eine indiskutable Vorstellung. Lediglich der Nürnberger Tomas Martinec (40.) traf für den Achten der internationalen Rangliste, der mit Zach dreimal in Folge das WM-Viertelfinale erreicht hatte. Dimitri Upper (2.) und Jewgeni Koreschkow (18.) besiegelten die zwölfte Niederlage im 17. Spiel unter Poss.

Nach dem Fehlstart droht der Gang in die Abstiegsrunde. Denn in den weiteren Vorrundenspielen der Gruppe D am Dienstag gegen den zehnmaligen Weltmeister Tschechien um NHL-Star Jaromir Jagr und am Donnerstag gegen den Erzrivalen Schweiz muss die DEB-Auswahl mindestens noch zwei Punkte holen. Dafür wäre nach der erschreckend schwachen Leistung gegen den letztjährigen Aufsteiger aber eine deutliche Steigerung notwendig. " Ich bin nicht nervöser als vor anderen Spielen. Das gehört dazu, ich bin nicht übernervös", hatte Poss vor seiner WM-Premiere gesagt. Auf seine Spieler traf das leider nicht zu.

Nach dem frühen Rückstand, als Upper bei einer Strafzeit von Stefan Schauer die Scheibe durch die Schoner von Torhüter Oliver Jonas abfälschte, bekamen die DEB-Cracks ihre Nerven überhaupt nicht in den Griff. Fehler im Aufbauspiel, ungenaue Anspiele im gegnerischen Drittel - selbst bei zweimaliger Überzahl lief nichts zusammen. Im Gegenteil: Durch individuelle Fehler lud das Poss-Team die biederen Kasachen, die zuletzt bei der B-WM 1999 gegen Deutschland gewonnen hatten (5:1), immer wieder zum Kontern ein. Beim 0:2 tauchte Koreschkow völlig frei vor Jonas auf und hatte keine Mühe, den Berliner Meistergoalie zu überwinden.

Auch die Leistungsträger ließen sich von der Verunsicherung anstecken. Kapitän Jan Benda konnte ebenso wenig die Nerven der jüngeren Kollegen beruhigen wie NHL-Profi Jochen Hecht. Der Mannheimer spielte wegen seiner Unterarmverletzung mit einer Silikonmanschette und war vor der Partie fitgespritzt worden. `Er hat zwei Tage normal trainiert. Er kann schießen, es sieht gut aus´, meinte Poss.

Im zweiten Drittel versuchten die Deutschen, die zum WM-Auftakt ohne die Verteidiger Alexander Sulzer (DEG Metro Stars) und Shayne Wright (Krefeld Pinguine) sowie den Düsseldorfer Stürmer Klaus Kathan antraten, mehr Druck zu erzeugen. Der Berliner Alexander Barta scheiterte zunächst völlig frei vor dem Tor (22.). Dann zeigte sich, dass Hecht wohl doch nicht ganz fit war, denn dem NHL-Profi gelang in aussichtsreicher Position kein gefährlicher Schuss (27.). Nach dem Anschlusstreffer durch Martinec kam noch einmal Hoffnung auf, doch die Wende blieb im Schlussdrittel aus.

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