+++ Liveblog: Vor dem WM-Viertelfinale +++
Lahm kehrt in die Abwehr zurück, Klose im Sturm

Bundestrainer Joachim Löw baut auf sein altes System – mit Lahm als Verteidiger und Klose von Beginn an im Sturm. Im Stadion steigt das Fieber. Mit dabei: WM-Reporter Stefan Kaufmann. Der Liveblog:
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Im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien treffen um 18 Uhr Deutschland und Frankreich im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro aufeinander. Es ist das Duell zweier großer Fußballnationen mit Titelambitionen. Für Joachim Löw könnte ein vorzeitiges Aus das Ende als Bundestrainer bedeuten. Lesen Sie in unserem Liveblog alles rund um das große Spiel.

+++ So sehen die französischen Fans aus +++

+++ Drückende Hitze in Maracana +++

Die Rasensprenger gehen an - aber nur auf einer Spielhälfte. Es ist inzwischen lecker warm in dem weiten Rund. Die Teams sind zu ihrer letzten Besprechung in der Kabine, statt ihrer zieht das Heer an Fotografen am Spielfeldrand auf.

+++ Merte nicht verletzt +++

Mertesacker macht auf dem Rasen alle Sprints mit, verletzt ist der lange Schlaks im deutschen Team also nicht. Kaum hat er sich nach dem Algerien-Spiel zu einem der Wortführer in der Nationalmannschaft gemausert, schon sitzt er auf der Bank.

+++ Klose freut DFB-Fans +++

Klose und Schweinsteiger in der Startelf? Die Fans im Stadion freut es, wenn man der Geräuschkulisse bei der Verkündung der Startelf auf der Anzeigetafel trauen kann.

+++ Aufstellung verlesen +++

Aufstellungen werden verlosen. Der nominelle Gastgeber, die Franzosen, sind als erste dran. Besonders laut wird der Applaus bei zwei Spielern: Stürmer Karim Benzema und Nachwuchsstar Paul Pogba.

+++ Auch die deutsche Eins da +++

Manuel Neuer dehnt sich auf dem Rasen des Maracana. Untrügliches Zeichen: Es dauert nicht mehr lange bis zum ersten Viertelfinale dieser WM.

+++ Der Keeper der Franzosen kommt +++

Hugo Lloris betritt als erster Spieler den Rasen. Der Torwart der Franzosen darf sich auf der Schattenseite aufwärmen. Die Hälfte, wo gleich sich gleich die deutsche Mannschaft einlaufen wird, liegt komplett in der Sonne.

+++ Der Ball rollt schon +++

Die Bälle liegen schon im Mittelkreis, doch die Verantwortlichen sind wieder in den Katakomben verschwunden. Dafür füllen die Fans so langsam die Ränge. In Maracana kommen alle gerne früher – um Zeit für Fotos zu haben.

+++ Joachim Löw überrascht bei Aufstellung +++

Mit Philipp Lahm in der Abwehr und Miroslav Klose im Sturm: Bundestrainer Joachim Löw überrascht bei der Aufstellung für das Frankreich-Spiel. Für Lahm rückt Sami Khedira ins Mittelfeld, der neben Schweinsteiger für Sicherheit sorgen sollen. Der 36-jährige Klose beginnt zum ersten Mal von Anfang an bei dieser WM, dafür bleibt Götze zunächst auf der Bank. Die Aufstellung: Neuer – Höwedes, Boateng, Hummels, Lahm – Schweinsteiger, Khedira – Müller, Kroos, Özil – Klose.

+++ Stefan Kaufmann mit den ersten Eindrücken +++

Die Mannschaft ist in Maracana angekommen. Trainer Joachim Löw tritt auf den Rasen, schaut in das weite Rund. Die Sonne ist herausgekommen, der Unterrang erstrahlt. Schürrle, Müller und die anderen gehen direkt in die Kabine.

+++WM-Reporter Stefan Kaufmann auf dem Weg ins Maracanã +++

Unser WM-Reporter hat den Weg durch die Straßen Rios geschafft und ist nun an der Spielstätte, dem berühmten Maracanã-Stadion, angekommen. Die Stimmung und die Erwartungen steigen. Auch viele deutsche Anhänger tummeln sich vor den Stadiontoren. Um 17 Uhr gibt es dann die Aufstellungen beider Mannschaften.

+++ Twitter-Nutzer spotten über WM-Kürzel #FRAGER +++
Das Twitter-Kürzel für das deutsche WM-Viertelfinale ist von Nutzern des Kurznachrichtendienstes im wahrsten Sinne des Wortes hinterfragt worden. Viele spotteten über den Hashtag #FRAGER, der das Spiel Frankreich (FRA) gegen Deutschland (GER) meinte. „Kann mir mal jemand sagen, wer dieser #Frager ist?“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer scherzte: „Der Aus#FRAGER des Tages: Was tippt ihr?“

+++ Franz Beckenbauer hat ein gutes Gefühl # FRAGER +++

Der Kaiser hat eine leise Vorahnung, wie das Spiel der DFB-Auswahl gegen Frankreich ausgeht. Der Weltmeister-Trainer von 1990 twitterte: „Ein guter Tag für die deutsche Nationalmannschaft: Heute vor 60 Jahren – das Wunder von Bern! Mein Tipp: 2:1 gegen Frankreich.“ Kann ja nichts mehr schiefen, oder?

+++ Lahm und Co. mit Tunnelblick +++
„Wenn die Spieler ins Stadion kommen und in die ersten Aktionen auf dem Platz, dann vergessen sie den Druck. Dann sind sie im Tunnel“, erklärte Löw zur besonderen Anspannung vor dem Alles-oder-nichts-Spiel. An die Konsequenzen eines möglichen Scheiterns gegen den „Gegner auf Augenhöhe“ denke im Team keiner, betonte Löw: „Wir machen uns Gedanken, wie wir gewinnen können und nicht, was passiert, wenn wir verlieren.“

Der Bundestrainer gab sich nach außen betont entspannt und „siegessicher“. Der Tag scheint gut gewählt für ein besonderes Spiel in der deutschen Fußball-Historie: Heute vor 60 Jahren wurde Deutschland beim „Wunder von Bern“ erstmals Weltmeister.

Das Ziel Titelgewinn will die aktuelle Nationalspieler-Generation ebenfalls weiter verfolgen können. „Das Maracanã ist ein schönes Stadion“, sagte Toni Kroos nach dem Training in der mystischen Arena, in der am 13. Juli der Weltmeister gekürt wird: „Ich hoffe, dass wir hierhin noch einmal wiederkommen im Turnier.“

+++ Twitter-Duell zwischen Steinmeier und Fabius +++
Es lebe die deutsch-französische Freundschaft - aber gewinnen möge doch bitte das jeweilige Heimatland: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Kollege Laurent Fabius haben sich vor dem WM-Viertelfinale am Freitag auf Twitter einen kleinen Schlagabtausch geliefert, mit dem sie in feinster Diplomatie Herzlichkeit für den Gegner mit Unterstützung fürs eigene Team verbanden.

Fabius eröffnete das Twitter-Duell mit zwei Tweets. Im ersten schrieb er: "Heute wie gestern unterstütze ich die französische Mannschaft" und verband dies mit dem französischen Schlachtruf "Allez les Bleus!" sowie einem Link zu einem Video, das ihn als damaliger französischer Premierminister vor der WM 1986 in Mexiko bei einem Besuch der französischen Mannschaft zeigt. Frankreich unterlag damals im Halbfinale Deutschland.

In einem zweiten Tweet schrieb er direkt an Steinmeier gerichtet, die deutsch-französische Freundschaft treffe im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro aufeinander und ergänzte dies wieder um ein "Allez les Bleus".

Steinmeier nahm den Ball auf und antwortete: "Gerade heute gilt: Vive l'amitié franco-allemande! Auch wenn wir heute 3:2 gewinnen..." Einen konkreten Tipp gab Fabius in seiner direkten Antwort nicht ab, wohl aber die diplomatischere Antwort im Duell der beiden Chefdiplomaten: "Möge der bessere gewinnen!". Der höflichen Formel schloss sich Steinmeier in einem weiteren Tweet an, ohne aber seinen Patriotismus aufzugeben: "und im Finale vertritt das DFB-Team auch Frankreich."

+++ Spielt Großkreutz hinten rechts? +++
Nach Informationen der „Bild“ hat Bundestrainer Joachim Löw beim Abschlusstraining im Maracana den Dortmunder Kevin Großkreutz auf der rechten Verteidigerposition spielen lassen. In der Innenverteidigung spielten Per Mertesacker und Mats Hummels, links spielt wahrscheinlich wieder Benedikt Höwedes. Bei dieser Aufstellung würde Jerome Boateng auf der Bank landen. Philipp Lahm bleibt nach aktuellem Stand zentraler Sechser.

+++ Umfrage: Hauptsache Sieg, Lahm nach hinten +++
Für die meisten Deutschen ist bei der WM das Ergebnis wichtiger als schöner Fußball. 52 Prozent entschieden sich nach dem knappen Achtelfinalsieg gegen Algerien für die Antwort: Hauptsache gewinnen. Für 27 Prozent ist attraktiver Fußball wichtiger, dem Rest ist es egal. Das ergab eine repräsentative YouGov-Meinungsumfrage in der Zeit vom 2. bis 4. Juli. Für das Viertelfinale gegen Frankreich sind die 1039 Befragten sehr optimistisch: 73 Prozent erwarten einen Sieg.

Philipp Lahm soll für die meisten Befragten wieder zurück in die Außenverteidigung: 41 Prozent sehen den Kapitän wieder auf seiner angestammten Abwehrposition, nur 17 Prozent im defensiven Mittelfeld. Auffallend ist die hohe Zahl der Unentschlossenen: 35 Prozent wissen auf diese vieldiskutierte Frage keine Antwort oder machten keine Angaben. Frauen und Männer sowie die verschiedenen Altersgruppen waren sich bei den drei Fragen in der Tendenz weitgehend einig.

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Lahm kehrt in die Abwehr zurück, Klose im Sturm

Seite 2:

Müller sieht Leistungen des Teams nicht gewürdigt

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