+++ WM-Liveblog +++
Neuer besserer Passgeber als Messi

Weltmeisterrausch in Deutschland! Berlin bereitet sich auf den Heldenempfang vor, es wird auch eine Sonderbriefmarke geben. Rekorde gab es bei Twitter und den Einschaltquoten. Und Neuer ist mit dem Fuß besser als Messi.
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DüsseldorfDa ist das Ding! Nach 24 langen Jahren ist die deutsche Fußballnationalmannschaft wieder Weltmeister. Der vierte Titel ist das Verdienst einer starken Mannschaftsleistung, aber auch von herausragenden Individualisten wie Torwart Manuel Neuer. Am Tag nach dem Finale feiert nicht nur Deutschland, auch im Ausland wird die Leistung anerkannt. Reaktionen, Daten, Fakten – der Weltmeister-Liveblog.

+++ Thomas Müller und der Goldene Schuh +++

+++ Bundesliga lobt: „Überragend!“ +++

Vertreter der Fußball-Bundesliga haben den vierten WM-Triumph der deutschen Nationalmannschaft mit Lobeshymnen bedacht. In den Reaktionen kamen dabei die Wörter „überragend“, „verdient“ und „stolz“ am häufigsten vor. „Das ist ein überragender Erfolg“, sagte etwa Bayern Münchens Vorstands-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:0-Erfolg der DFB-Elf im Weltmeisterschafts-Finale gegen Argentinien. „Ich bin stolz auf die Jungs und auf diese fantastische Leistung“, bemerkte der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp. Und BVB-Sportdirektor Michael Zorc fügte im Anschluss an die historische Nacht von Rio de Janeiro hinzu: „Der Titel ist der verdiente Lohn einer stetigen Entwicklung der Mannschaft innerhalb des Turniers.“

Robin Dutt ging sogar noch einen Schritt weiter. „Das war vielleicht sogar der verdienteste deutsche WM-Titel aller Zeiten“, betonte der Trainer des SV Werder Bremen. Nach 1954, 1974 und 1990 war es der vierte WM-Endspielsieg einer DFB-Elf. Wolfsburgs Coach Dieter Hecking erwartet positive Auswirkungen für die Zukunft. „Für die Liga ist der Titel natürlich von großer Bedeutung. Die Attraktivität wird weiter gesteigert und noch mehr Menschen werden weltweit die Bundesliga verfolgen.“

+++ Brasilianer geben Poldi nicht mehr her +++

Unter dem Motto „Bleib', Podolski“ versuchen Brasilianer im Internet, den deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski im Land zu halten. „Der brasilianischste aller Deutschen! Beispiel für Sympathie und Bescheidenheit“, twitterte eine Brasilianerin unter dem Hashtag „#FicaPodolski“ (Bleib' Podolksi). Viele Fans stellten auch Bilder des 29-Jährigen ein.

Auf der Internetseite von „O Globo“ waren Fotomontagen zu sehen, die „Poldi“ sogar mit grün-gelber Präsidentenschärpe zeigten. Auf einem anderen Foto war ein brasilianisches Nationaltrikot mit der Rückennummer 10 und dem Namen Podolski zu sehen. Der beim FC Arsenal spielende Podolski hatte während der WM vor allem in sozialen Netzwerken mit seinem Lob für Land und Leute auf portugiesisch die Herzen der Fans erobert.

+++ Bester Torwart, bester Spieler +++

Torwart-Gigant mit Präzisionsfuß: Manuel Neuer spielte bei der WM in Brasilien laut offizieller FIFA-Statistik 244 erfolgreiche Pässe - und damit zwei mehr als... Lionel Messi! Der zum Spieler des Turniers gewählte argentinische Fußball-Zauberer, der im Finale 0:1 nach Verlängerung verlor, brachte in sieben Partien nur 68 Prozent seiner 356 Zuspiele beim Mitspieler an - Neuer 82 Prozent.

+++ Wie wurde eigentlich 1974 gefeiert? +++

So:

+++ Sonderbriefmarke für die Weltmeister +++

Zum Fußball-Weltmeistertitel für Deutschland wird eine Sonderbriefmarke herausgebracht. „Ich hoffe, dass die Marke viele Landsleute im Alltag an die riesige Freude erinnert, die uns die Mannschaft bereitet hat“, sagte der zuständige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Montag. Das Sonderwertzeichen für 60 Cent ist von diesem Donnerstag an zu kaufen. Die von Grafiker Lutz Menze aus Wuppertal entworfene Marke trägt die Aufschrift „Deutschland Fußball Weltmeister 2014“. Die Spieler, Trainer und Betreuer der Nationalmannschaft sollen Ersttagsausgaben der Marke bekommen.

+++ Neuer Einschaltquoten-Rekord +++

Neuer Bestwert im deutschen Fernsehen: Mit 34,65 Millionen Zuschauern stellte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Sonntagabend einen Einschalt-Rekord im deutschen Fernsehen auf. Der Marktanteil beim 1:0 WM-Finalsieg gegen Argentinien betrug 86,3 Prozent. Die reguläre Spielzeit über 90 Minuten sahen 34,45 Millionen Menschen (84,7 Prozent), die Verlängerung 35,23 Millionen (91,3 Prozent).

Die bisherige Bestmarke hatte auch die Nationalelf mit 32,54 Millionen Zuschauern wenige Tage zuvor beim denkwürdigen Halbfinalsieg gegen Brasilien (7:1) gesetzt.

+++ Fanmeile in Berlin ist bereit +++

Vier Wochen lang waren sie auf großen Bildschirmen am Brandenburger Tor zu sehen, nun stehen die Fußballweltmeister dort auf der Bühne. Auf der Berliner Fanmeile laufen die Vorbereitungen für den Auftritt der deutschen Nationalmannschaft. Für den etwa einstündigen Empfang des Teams am Dienstagvormittag gegen 11.00 Uhr wurde die Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor am Montag um einen 30 Meter langen Laufsteg erweitert, der über den Platz des 18. März und durch die Menge der versammelten Fans führen wird. Gegenüber der Hauptbühne hängt seit Montag ein großes Transparent an einer Tribüne: „Danke Jungs. Weltmeister 2014“.

Die Fußballer um Kapitän Philipp Lahm, den Siegtorschützen Mario Götze und Trainer Joachim Löw werden voraussichtlich von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßt. Welche anderen Prominenten erwartet wurden, stand am Montag noch nicht fest. In den hinteren Bereichen der 1,2 Kilometer langen Fanmeile können die Fans den Auftritt auf den großen Bildschirmen sehen.

Der Sonderflug der Nationalmannschaft aus Brasilien landet am Dienstagmorgen gegen 9.00 Uhr auf dem Berliner Flughafen Tegel. Von dort fahren die Weltmeister mit einem Bus zum Brandenburger Tor. Welche Strecke gefahren wird, stand laut Polizei noch nicht fest. Vor dem großen Auftritt können sich die Spieler noch kurz in der Commerzbank am Pariser Platz frisch machen und umziehen. Für die Besucher öffnet die Fanmeile schon am frühen Morgen. Das Bühnenprogramm beginnt um 8.00 Uhr.

+++ Spot gegen Spielsucht geht daneben +++

In Singapur ist Deutschlands WM-Sieg zum beliebten Reklamethema geworden - dank einer zunächst verunglückten PR-Kampagne des Amtes gegen Wettsucht. Vergangene Woche wurde ein Werbespot zum Gespött in sozialen Netzwerken, der offensichtlich in Erwartung einer Niederlage Deutschlands gedreht worden war: In dem Spot sagte ein verzweifelter Junge namens Andy besorgt, sein Vater habe das ganze Ersparte auf einen Sieg Deutschlands gesetzt. Der Spot sollte zeigen, wie Familien durch Wettsucht verarmen können. Er lief erstmals ausgerechnet in der Halbzeitpause beim 7:1-Sieg gegen Brasilien, beim Stand von 5:0. „Väter wissen es eben immer am besten“, wurde in sozialen Netzwerken geätzt.

Nach dem WM-Sieg zeigte die zuständige Behörde NCPG am Montag einen neuen Spot: Ein Freund fragt Andy, ob er das Ersparte nun zurückbekommen habe. „Nein“, sagt Andy traurig. „Papa will weiter alles aufs Spiel setzen.“ Gleich kamen im Internet neue Parodien auf, wo Andy etwa hinzufügt: „Aber dieses Mal habe ich auch meine Schwester überzeugt, Papa ihr Geld zu geben.“ Der Billigflieger Scoot stürzte sich auch auf „Andy“. In einer Anzeigenkampagne sagt Andy dort: „Deutschland hat gewonnen. Jetzt bucht mein Papa für alle Urlaub mit Scoot.“

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Neuer besserer Passgeber als Messi

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Rekorde bei Twitter purzeln

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