2:2 gegen Kamerun
Jogis Elf ist noch nicht bereit

„Bereit wie nie“ wollen die deutschen Nationalspieler für die WM in Brasilien sein. Dafür wird es langsam höchste Zeit. Beim durchwachsenen 2:2-Testspiel gegen Kamerun war von weltmeisterlicher Form noch wenig zu sehen.
  • 1

MönchengladbachDer Wunsch von Thomas de Maiziére bleibt ungehört. Die Fußball-Nationalspieler sollten bei der deutschen Hymne mehr Gesangseifer an den Tag legen, forderte der Sportminister vor dem Testspiel gegen Kamerun. Dass viele Spieler nicht mitsingen, störe ihn schon ein bisschen.

Doch auch vor dem Spiel am Sonntagabend in Mönchengladbach bleiben die Münder der meisten Akteure geschlossen. Allerdings ignorierten die Nationalspieler nicht nur den Wunsch des Ministers, sondern auch die Ansagen ihres Trainers. Denn gute 90 Minuten später reichte es gegen Kamerun nur zu einem 2:2 (0:0)-Unentschieden.

Bereit wie nie – unter diesem Motto steht das Abenteuer WM 2014. Eigentlich sollte zwei Wochen vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal die Zeit der Experimente vorbei sein. Doch genau dieses Experimentieren ist im letzten wirklichen Härtetest vor dem Abflug noch notwendig. So sind die angeschlagenen Stammspieler Manuel Neuer und Philipp Lahm nicht einmal mit ins Rheinland gereist, sondern direkt zum Doc nach München.

Auf Kevin Großkreutz, der zuletzt vor allem durch unappetitliche Aussetzer abseits des Rasens auf sich aufmerksam machte, verzichtete das Trainerteam freiwillig, genauso auf Miroslav Klose. Statt den Routiniers sollten sich die spielstarken Marco Reus, Mesut Özil und Mario Götze – unterstützt von Thomas Müller – um die Offensive kümmern.

Was in den Anfangsminuten auch gut gelingt: Schnelle Kombinationen führen zu frühen Chancen. Die besten haben Per Mertesacker mit einem Kopfball nach einer Flanke von Marco Reus aus dem Halbfeld und Mario Götze, der nach einem feinen Zuspiel von Thomas Müller mit einem strammen Schuss nur den Pfosten trifft.

Kamerun fällt zunächst durch zweierlei auf: Torhüter Charles Itandje, der in einem schweinchenrosa Sportdress zwischen den Pfosten steht, und seine Fans, die jede Balleroberung wie den Gewinn des Weltmeisterpokals bejubeln. Auf drei Tribünenecken beeindrucken sie die deutschen Zuschauer im nicht ausverkauften Borussiapark durch ihre unermüdlichen Anfeuerungsversuche.

 

Kommentare zu " 2:2 gegen Kamerun: Jogis Elf ist noch nicht bereit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die deutschen Fußballer sind einfach nur übersättigt. Da fehlt der Drive.

    Die ganzen "wiisenschaftlichen" und tehcnischen Maßnahmen sind eine Lachnummer. Die Jungs müssen einfach mal auf Entbehrung gesetzt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%