3:0-Erfolg
Frankreich fertigt Honduras standesgemäß ab

Mühsam, aber in der Höhe angemessen: Frankreich mit einem 3:0-Erfolg über Außenseiter Honduras in die WM gestartet. Die Franzosen taten sich lange schwer, profitierten letztlich von einer Undiszipliniertheit.
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Porto AlegreTorjäger Karim Benzema hat Frankreich den ersten Sieg bei einer Fußball-WM seit acht Jahren beschert. Auch ohne den verletzten Bayern-Star Franck Ribéry gewann der Weltmeister von 1998 im Auftaktspiel am Sonntag in Porto Alegre mit 3:0 (1:0) gegen Honduras und hat damit die Schmach vom Vorrunden-Aus 2010 vergessen gemacht. Mann des Spiels war Benzema, der zwei Treffer erzielte (45./Foulelfmeter/72.) und beim Eigentor von Torhüter Noel Valladares (48.) maßgeblich beteiligt war. Dabei wurde erstmals ein Treffer nach Technikbeweis bei einer umstrittenen Szene gewertet. Honduras musste eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen, da Wilson Palacios vor dem Elfmeter mit Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen wurde.

Die Franzosen können somit in der nächsten Partie gegen die ebenfalls in der Gruppe E siegreichen Schweizer am Freitag einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. „Das war ein schöner Sieg. Die ersten zehn Minuten waren sehr zäh, aber nach dem Elfmeter und dem Platzverweis wurde es leichter“, sagte Matchwinner Benzema. Auch Trainer Didier Deschamps war zufrieden mit dem Auftakt: „Wir waren geduldig und haben auf unsere Chancen gewartet. Heute zu gewinnen, ist ein sehr guter Start“, befand der Coach.

Den Part von Ribéry übernahm Antoine Griezmann und nicht Olivier Giroud, der zunächst nur auf der Bank saß. Im Sturmzentrum stand erwartungsgemäß Champions-League-Sieger Benzema. Die vom Kolumbianer Luis Fernando Suárez trainierten defensivstarken Mittelamerikaner setzten in Carlo Costly und Jerry Bengtson sogar auf zwei Sturmspitzen, die aber wirkungslos blieben.

Bei angenehmen Temperaturen um 18 Grad in der südlichsten WM-Stadt gab es vor der Partie erste größere organisatorische Panne. Wegen einer defekten Tonanlage wurden vor dem Anpfiff keine Nationalhymnen gespielt. Auch während der Partie gab es keine Durchsagen.

Die Franzosen, die im Halbfinale bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den bislang letzten Sieg bei einer WM feiern konnten, übernahmen von Beginn erwartungsgemäß die Initiative, hatten aber erst in der 15. Minute die erste große Tormöglichkeit. Den Schuss von Blaise Matuidi aus acht Metern konnte Torhüter Valladares in letzter Not an die Querlatte lenken. Der 37 Jahre alte Routinier stand in seinem 121. Länderspiel immer wieder im Blickpunkt.

In der 23. Minute hatte der Schlussmann noch einmal das Glück auf seiner Seite, als ein Kopfball von Griezmann ebenfalls nur an der Querlatte landete. Zwei Minuten später verfehlte Benzema nach einer Flanke von Mathieu Valbuena per Kopf das Tor nur knapp. Die kampfstarken Honduraner gerieten immer mehr unter Druck und kamen in der Offensive überhaupt nicht zum Zuge. Allerdings taten sich die Franzosen gegen die kompakte Abwehrreihe des Außenseiters auch schwer.

Erst ein unnötiges Foul von Wilson Palacios an Paul Pogba im Strafraum brachte die Franzosen auf die Siegerstraße. Der bereits verwarnte Palacios erhielt nach der Aktion die Gelb-Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Benzema sicher zum 1:0. In der WM-Geschichte Frankreichs war es bei zehn Versuchen vom Elfmeterpunkt der zehnte Treffer - Elfmeterschießen ausgenommen.

Der Stürmerstar von Real Madrid war auch maßgeblich am zweiten Treffer beteiligt, der nach dem Einsatz der Torlinientechnologie gewertet wurde. Eine Direktabnahme von Benzema prallte vom Innenpfosten auf die Linie, Valladares versuchte an den Ball zu kommen und lenkte ihn dann selbst knapp hinter die Linie. Den Schlusspunkt setzte dann erneut Benzema mit einem Schuss aus spitzem Winkel von der rechten Seite.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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