Abgang als Weltmeister
Kapitän Philipp Lahm tritt aus Nationalelf zurück

DFB-Spielführer Philipp Lahm tritt mit sofortiger Wirkung als Nationalspieler zurück. Wie jetzt bekannt wurde, fiel der Entschluss bereits während der vergangenen Saison. Warme Abschiedsworte gibt es von Angela Merkel.
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Berlin, DüsseldorfKapitän Philipp Lahm hat fünf Tage nach dem WM-Triumph in Brasilien völlig überraschend seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. Lahms Berater, Roman Grill, bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Damit wird der als weltbester Außenverteidiger geltende Spieler nicht wie erwartet die DFB-Auswahl in die Euro 2016 nach Frankreich führen. Das 113. Länderspiel seiner Karriere, das WM-Finale von Rio de Janeiro, wird damit sein letztes bleiben. eine DFB-Karriere hatte Lahm am 18. Februar 2004 mit einem 2:1-Sieg in Kroatien begonnen. Der Bayern-Profi erzielte in seiner über zehnjährigen Nationalmannschafts-Karriere fünf Tore.

„Er war in den zehn Jahren bei der Nationalmannschaft nicht nur ein herausragender Spieler, sondern immer ein absolutes Vorbild. Ich habe ihm für all das gedankt, was er für den DFB geleistet hat“, erklärte Niersbach in einer Mitteilung auf der Verbands-Homepage. Er habe in dem Telefonat „sehr schnell gemerkt, dass es aussichtslos ist, ihm seine Entscheidung ausreden zu wollen“.

Philipp Lahm verlässt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft „in völliger Harmonie“. Das sagte der 30 Jahre alte Bayern-Profi am Freitag der „Sport Bild“. In einer persönlichen Erklärung auf der Homepage des DFB bedankte sich Lahm „für eine wunderbare Zeit“ und betonte: „Ich bin glücklich und dankbar, dass mein Karriereende in der Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien zusammenfällt.“ Er habe den Entschluss zurückzutreten schon während der vergangenen Saison gefasst, erklärte der Kapitän fünf Tage nach dem Gewinn des WM-Titels durch den 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien.

Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels 2014 sieht sich Lahm offenbar am Ziel seiner Länderspielkarriere. Seinen Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft hatte er bereits am Montag Bundestrainer Joachim Löw mitgeteilt, berichtet die „Bild“. In Brasilien hatte Lahm bereits anklingen lassen, dass dies sein letztes Turnier für die DFB-Truppe sein könnte. „Ich finde es schön, drei Weltmeisterschaften auf drei verschiedenen Kontinenten erlebt zu haben. Ob es die letzte ist, werden wir alle sehen“, sagte er. Der Abwehr- und defensive Mittelfeldspieler hatte schon 2006 zu den Leistungsträgern und Mitgaranten des Sommermärchens bei der WM in Deutschland gezählt. 2010 in Südafrika und jüngst in Brasilien führte er die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw als Kapitän aufs Feld.

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  • Dazu fehlt es ihm eindeutig an Persönlichkeit, Ausstrahlung und "Standing". Er ist ein kleiner Opportunist, ein kleiner Feigling, kein "Typ", irgendwie auch humorlos, farblos...

    Wer Peer Mertesacker nach dem Algerien-Spiel im Interview gesehen hat, die tief im Dunkeln böse blitzenden Augen, die nicht herablassende, aber doch sehr stolze, gerade, standfeste Haltung mit leicht bedrohlich gesenktem Blick auf den kleineren Reporter, sein Spiel mit den Lippen (was dem Reporter ganz gezielt Missfallen und Ungeduld signalisieren sollte, also kleine Einschüchterungs- und Psycho-Spielchen unseres Peer... :-) großartig!)..., der weiß was ich meine, wenn ich von Führungsqualität, Charakter, Haltung, bei gleichzeitig hoher sozialer und kommunikativer Kompetenz und Impulskontrolle usw. spreche...

    Aber der Philipp ist schon gerissen, geht auch planvoll und kontrolliert vor. Kein Bösewicht in dem Sinne, aber alles riecht etwas säuerlich nach Opportunismus. Mal sehen, was seine Berater als nächsten Schachzug in seiner weiteren Karrierestrategie geplant haben...

  • Vielleicht wäre der Posten des Bundeskanzlers etwas für Philip Lahm? Es gibt doch Gerüchte, dass Merkel laut darüber nachdenkt, zurück zu treten.

  • Sportlich ein großer Verlust, keine Frage.

    Menschlich weiß ich nicht so recht. Der kleine Phillip ist schon so einer, der sich in herausragender Führungsrolle sieht (obwohl ihm ware Leader- und Führungsqualitäten eindeutig abgehen, auf und neben dem Platz). Ich vergesse nicht seine dreckige und auch peinliche Tour um Nati-Kapitän zu werden, als Ballack auf unbestimmte Zeit verletzt ausfiel.
    Die Motive für sein Streben in herausgehobene Rollen und vor die Kamera sind schon sehr eindeutig eine sehr ausgeprägte Eitelkeit. Deshalb nehme ich ihm die Rücktrittsgründe auch nicht ab. Die Gründe liegen wohl woanders, denn die Nati ist DIE Bühne, um sich eine herausragende Position, vor Kameras, auch im Verein, zu sichern. Dass er sich nun viel zu früh entscheidet, im "Niemandsland" der Bundesliga zu verschwinden, entspricht also eigentlich nicht seinem Anspruch und seiner Eitelkeit.

    Um es nochmal klar zu sagen: Ich halte Lahm für einen herausragenden Außenverteidiger. Ich glaube, er ist/war der Beste, den die Nati jemals hatte auf der Position. Aber er besitzt eindeutig keine Führungskompetenz auf dem Platz. Er leitet seinen Führungsanspruch ab aus einer vermeintlichen "sozialen Kompetenz" und "Kommunikation vor der Kamera". Auf dem Platz lässt er den Kopf schnell hängen, reißt Mitspieler und ein Spiel niemals um (wie Effe z.B.), hat keine Ausstrahlung UND auch kein "Standing" innerhalb der Mannschaft (wird also nicht als Leader wahrgenommen und akzeptiert, im Ggs zu Effe). Und seine Eitelkeit (und seinen Opportunismus) hat ihm mittlerweile nicht nur Ballack übel genommen...

    Vielleicht ist sein Rücktritt auch nichts anderes als eine wohlüberlegte, möglichst spektakuläre Selbstinszenierung, was ich ihm durchaus zutraue (dumm ist er ja nicht).

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