Argentinier in Rio
Brasilien wird blau-weiß

Die WM-Laune in Brasilien steigt von Tag zu Tag. Dabei bekommen die Einheimischen so langsam aber Jubel-Konkurrenz durch alte Rivalen: Die argentinischen Fans übernehmen das Stimmungs-Ruder in Rio de Janeiro.
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Rio de JaneiroMit dem Beginn der Weltmeisterschaft sind überall in Rio de Janeiro grüne Fähnchen und gelbe Trikots aufgetaucht. In jeder Bar, in Friseursalons und an den Stränden läuft Fußball - und die Brasiliener widmen sich mit Interesse jedem Gruppenspiel.
Den fleißigen Fernsehzuschauern fällt auf: Das Publikum in den Stadien ist außergewöhnlich bunt. Genauso geht es in der Metropole Rio zu, wo kaum eine Nation nicht im Getümmel der Fußballtouristen vertreten ist. Die legendäre wellenförmig bemalte Strandpromenade der Copacabana verschwindet unter den Farben zahlloser Fanshirts und Fußballtrikots, das Wellenrauschen des Atlantiks wird von Multikulti-Mucke übertönt: Die Mexikaner trommeln, die Brasilianer trillern mit Sambapfeifen im Takt dazu und stimmgewaltige Argentinier schmettern einen Fangesang nach dem anderen. Zu Zehntausenden sind die Blau-Weißen ins Nachbarland gereist, denn am Sonntag darf ausgerechnet Argentinien das berühmteste Stadion des Erzrivalen, das Maracana, für die WM eröffnen.

Während für viele Cariocas (Einwohner von Rio) auch während der WM der Alltag weiter geht und die Massenproteste nicht vergessen sind, feiern die angereisten Argentinier eine einzige große Fußball-Party. Das muss auch die Gruppe amerikanischer Fans auf dem Corcovado-Berg im Schatten der gigantischen Jesus-Statue erfahren: Mit star-spangled-banner und Donovan-Jersey stimmen sie ein U-S-A, U-S-A an - nur um von einer besonders melodischen argentinischen Reisegruppe gnadenlos niedergesungen zu werden. Plötzlich tauchen überall auf der Aussichtsplattform argentinische Fahnen auf und der ganze Felsen scheint verzückt zu hüpfen. Ein Bild für die Götter - am Fuße des Stadtwahrzeichens Christo Redentor.

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