Brasilien trifft auf Mexiko
Die Angst vor dem großen Spielverderber

Nicht schon wieder Mexiko: In Brasilien steigt die Anspannung vor dem Duell gegen den Angstgegner, der die Seleção zuletzt im Olympia-Finale 2012 schlug. Doch Brasiliens Team ist heiß und brennt auf Revanche.
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FortalezaFür Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari ist die mexikanische Mannschaft so etwas wie „ein Stein im Schuh“. Und der drückt bekanntlich. Der lateinamerikanische Rivale gilt nicht gerade als Lieblingsgegner des gastgebenden WM-Favoriten. Ausgerechnet gegen die „Tri“ will die Seleção nun den Einzug ins Achtelfinale frühzeitig klar machen. „Wir wollen Gruppenerster werden. Wir werden dieses Spiel gewinnen!“, prophezeite Hulk vor der Vorrundenpartie an diesem Dienstag (21.00 Uhr MESZ/ZDF) in Fortaleza.

Dabei kann der bullige Stürmer womöglich gar nicht mitwirken. Beim Abschlusstraining am Montag fehlte er. Eine Computertomographie zwar habe keine Muskelverletzung bestätigt, Hulk sei aber von Physiotherapeuten im Hotel behandelt worden, hieß es vom Verband. „Ich habe viel Qualität. Wir hätten kein Problem, falls Hulk nicht spielen können sollte“, sagte Trainer Luiz Felipe Scolari. Ähnlich sieht es Mexikos Coach Miguel Herrera: „Hulk ist ein wichtiger Teil des Teams, aber die auf der Bank sind auch stark. Ramires spielt bei Chelsea!“, meinte er mit Blick auf die mögliche Alternative.

Für Brasiliens Kapitän Thiago Silva wäre ein Ausfall Hulks dagegen eine empfindliche Schwächung. „Wenn er tatsächlich nicht spielt, wäre das ein herber Verlust für uns“, sagte der Profi von Paris St. Germain. Aber auch der Innenverteidiger verwies auf die Qualität im Kader des fünfmaligen Weltmeisters.

Mit den Mexikanern hat Brasilien noch ein paar Hühnchen zu rupfen. Scolari gab gleich nach der WM-Auslosung im Dezember zu bedenken: „In den letzten 20 Jahren haben wir Spiele gegen sie gemacht, die Klassiker sind, wo wir auf viele Schwierigkeiten gestoßen sind.“ Seit 1999 haben die beiden Mannschaften 15 Mal gegeneinander gespielt, und die Bilanz ist kein Ruhmesblatt für den Rekord-Weltmeister: Mexiko gewann achtmal, Brasilien nur viermal, dazu gab es drei Unentschieden.

Der Stachel des verpassten Olympia-Titels sitzt tief

Besonders tief sitzt bei der Seleção die Schmach der 1:2-Niederlage vom Olympia-Finale in London, damals noch unter Scolaris glücklosem Vorgänger Mano Menezes. Mit Kapitän Thiago Silva, Außenverteidiger Marcelo und den Angreifern Neymar und Oscar stehen gleich vier Profis von 2012 in der heutigen Stammelf Scolaris.

„Ich war damals sehr traurig. Wir wollten diese Goldmedaille, die Brasilien noch nie gewonnen hatte, und am Ende sind wir gescheitert“, erinnerte sich Oscar und versprach: „Ich werde alles tun, um die Mexikaner zu schlagen.“

Beim Confederations Cup im vergangenen Jahr - ebenfalls im Estádio Castelão von Fortaleza - bezwang Brasilien hingegen den ungeliebten Rivalen mit 2:0. Und noch ein gutes Omen für Brasilien: In den bisher drei WM-Spielen siegte die Mannschaft dreimal und kassierte nicht mal ein Tor: 1950 mit 4:0, 1954 mit 5:0 und 1962 mit 2:0. Dem gegenüber steht allerdings auch die bittere 3:4-Pleite im Endspiel des Confed-Cups 1999 vor über 100 000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt.

Nach den Auftaktsiegen gegen Kroatien (3:1) und Kamerun (1:0) reisen sowohl die Brasilianer als auch die Mexikaner mit breiter Brust nach Fortaleza. „Das wird ein sehr sehenswertes Spiel“, versprach Torschütze Oribe Peralta, der im olympischen Finale vor zwei Jahren zweimal getroffen hatte. „Wir wissen, wie wir gegen sie auftreten müssen und wenn wir ihnen den Ball wegnehmen, können wir ihnen schaden.“

Stürmer Javier „Chicharito“ Hernández empfiehlt seinen Kollege der „Tri“, die bei den vergangenen fünf WM-Turnieren jeweils im Achtelfinale ausgeschieden war: „Wir müssen ruhig spielen. Und wir sollten nicht an die Geschichte dieser Begegnungen denken.“ Er selbst kann den Fehler nicht machen. Da Herrera seine Startelf aus dem Kamerun-Spiel nicht verändern will, bleibt ihm zunächst nur die Bank.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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