Deutschland ist Weltmeister
Vier Sterne für ein Halleluja

Deutschland ist Weltmeister! In einem Herzschlagfinale gegen starke Argentinier hatte die Mannschaft die besseren Nerven. Und Edeljoker Götze. Der vollendete zum deutschen Triumph.
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Rio de JaneiroEs läuft die 113. Spielminute, als der deutsche Traum kein Hirngespinst mehr ist. Soeben hat Mario Götze den Ball mit der Brust angenommen und ihn im Fallen ins argentinische Tor gespitzelt. Das 1:0 für Deutschland, kurz vor Ende der Verlängerung in einem nervenaufreibenden Spiel. Die Schreie der Fans fegen wie ein Orkan durch den weltberühmten Fußballtempel Maracanã. Sieben Minuten später ist es Gewissheit: Deutschland ist zum vierten Mal Weltmeister.

In einem Kraftakt hat die DFB-Elf die Argentinier niedergerungen. Sinnbildlich wie Bastian Schweinsteiger mit blutverschmiertem Gesicht vom Feld geführt wurde und solange auf die Ärzte einredete, bis sie ihn zurück zu seinen spielenden Kollegen ließen. Vollgepumpt mit Adrenalin trieb er die Mannschaft bis zum Titel. Fünf Minuten später fiel Götzes Siegtreffer, wunderbar vorbereitet von André Schürrle.

Die beiden frischen Kräfte waren es, die schon zu Beginn der Verlängerung für Furore sorgten. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Schürrle, dieses Mal schön freigespielt von Mario Götze, zielte auf die Fäuste von Argentiniens Torwart Sergio Romero (92. Spielminute). Götze war kurz vor Ende der regulären Spielzeit für Stürmer Miroslav Klose gekommen. Auf der Gegenseite stand wenig später Rodrigo Palacio nach einem Hummels-Patzer plötzlich völlig frei vor Manuel Neuer, hob den Ball aber neben das Tor. Nicht die einzige Schrecksekunde für die DFB-Elf an diesem denkwürdigen Abend.

Die erste Überraschung gab es unmittelbar vor Spielbeginn. Als die Mannschaftsaufstellung auf den Anzeigetafeln aufleuchtete, riefen die Fans noch den Namen von Sami Khedira. Als die Spieler wenige Minuten später zurück aus der Kabine kamen, stand plötzlich Christoph Kramer auf dem Feld. Khediras Wade machte Probleme und zwang Trainer Joachim Löw die Erfolgsstartelf der vergangenen Spiele kurzfristig umzubauen.

Gleich nach Anpfiff dieses WM-Finals führten die Argentinier den 74.738 Zuschauern vor Augen, was sie aus der deutschen Machtdemonstration im Halbfinale gelernt haben. Sie begingen nicht den Fehler der Brasilianer, die DFB-Elf überrennen zu wollen und zogen sich stattdessen weit in die eigene Hälfte zurück. Die Marschroute von Trainer Alejandro Sabella: Hinten diszipliniert verteidigen und die Deutschen mit Kontern überraschen – vornehmlich mit Lionel Messi und Ezequiel Lavezzi über die linke Abwehrseite der Deutschen.

Und die bissen sich bei ihren Angriffsbemühungen in schöner Regelmäßigkeit in den Abwehrketten der Gauchos fest. Während die schnellen argentinischen Spitzen der DFB-Elf in der eigenen Hälfte große Probleme bereiteten. Messi überlief ein ums andere Mal Verteidiger Mats Hummels: In der 9. Spielminute fischte sich Torwart Manuel Neuer eine Hereingabe des herausragenden Offensivspielers der Argentinier. Und nach 40 Spielminuten war Neuer nach einem Messi-Heber schon geschlagen, doch Jerome Boateng beförderte den Ball noch vor der Torlinie aus der Gefahrenzone.

Zwischendurch war es Stürmer Gonzalo Higuain, der für die Aufreger sorgte. Nach einer Kopfballvorlage von Toni Kroos lief der Stürmer alleine auf der deutsche Tor zu, traf den Ball aber nicht richtig und vergab letztlich kläglich (21. Spielminute). Umso emotionaler fiel sein Jubellauf aus, als er knapp zehn Minuten später eine Lavezzi-Flanke im Tor versenkte – und erst spät begriff, dass ihm der Treffer zu Recht wegen einer Abseitsposition aberkannt wurde.

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Aggressive Leader Schweinsteiger

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