Deutschland-Tag in Brasilien
Klinsi schürt das WM-Feuer in den USA

Der WM-Virus verbreitet sich in den USA wie nie zuvor. Wenn die USA ins Achtelfinale kommen, wird Fußball in Amerika zum Milliardenspiel. Dank Jürgen Klinsmann, der das ganze Land zum WM-Gucken treibt.
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San FranciscoEs wird der entscheidende Tag für den amerikanischen Fußball und die Fußballindustrie. Gelingt Klinsmanns Kickern am Donnerstag ein Sieg über Löws Teutonen, brechen alle Dämme für einen Sport, der vor ein paar Jahren nur verlacht und abwertend „soccer“ genannt wurde. Das Milliardenspiel beginnt - und das nicht nur in San Francisco...

An der Wand hängt der Fan-Schal mit der Aufschrift „Chelsea“ über dem vergilbten Foto der Mannschaftsaufstellung des britischen Clubs von 2007. Daneben Cover von Beatles-Alben und ein Schild mit der Aufschrift „All you need is love“.

Die Fronten sind klar im Chelsea-Club an der Bush-Street in San Francisco. Aber an diesem Sonntag war alles anders. Die kleine Sports-Bar war bis zum letzten Platz gefüllt, als das US-Team sich gegen Portugal abmühte. Es gab kostenloses koreanisches Essen für alle, von Kellnerin Tia persönlich zubereitet.

Als in der letzten Minute dann das Ausgleichstor zum 2 zu 2 fällt - für Portugal und gegen die USA, da gleicht der Club einem Irrenhaus. Die Amerikaner entdecken den Fußball.

Das Portugal-Spiel brachte einen neuen Zuschauerrekord in den USA. 24,7 Millionen bangten vor den Flachfernsehern mit, davon 18,2 Millionen beim Sportsender ESPN und weitere 6,5 beim spanischen Sender Univision, das hat Rekordqualitäten. Für Niclas Ericson, TV-Direktor bei der Fifa ist es sogar ein Meilenstein.

Der ESPN-Wert alleine schlägt den Durchschnitt der fünf Endspiele in der Basketball-Liga NBA. In den USA ist das ein Sportereignis erster Güte. Sollte die US-Mannschaft in die nächste Runde kommen, was ihnen in den vergangen Jahren verwehrt blieb, werden die Zahlen mit Sicherheit noch einmal ansteigen.

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