Direktive von ganz oben
„Egal wie, Hauptsache gewinnen!“

Vor dem Viertelfinale gegen Frankreich üben Nationalspieler und Fans den Schulterschluss. Der gemeinsame Nenner: Nur der Sieg zählt. Attraktiver Fußball zählt wenig(er). Das sieht selbst die deutsche Kanzlerin so.
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BerlinIn einer Frage sind sich die kritisierten Nationalspieler mit den meisten Deutschen einig: Bei der WM ist das Ergebnis wichtiger als schöner Fußball. 52 Prozent sind nach dem knappen Achtelfinalsieg gegen Algerien dieser Meinung. Für 27 Prozent ist attraktiver Fußball wichtiger, dem Rest ist es egal. Das ergab eine repräsentative YouGov-Meinungsumfrage in der Zeit vom 2. bis 4. Juli. Für das Viertelfinale am Abend (18.00 Uhr/ARD) gegen Frankreich sind die 1039 Befragten sehr optimistisch: 73 Prozent erwarten einen Sieg.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt auf den Halbfinaleinzug und ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten, sie wünsche sich, dass die Mannschaft gewinnt – „egal wie“. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) twitterte an seinen französischen Amtskollegen Laurent Fabius, gerade heute Abend sei die deutsch-französische Freundschaft besonders wichtig: „Auch wenn wir heute 3:2 gewinnen.“

Sehr zuversichtlich läuft auch die deutsche WM-Auswahl beim großen Klassiker im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro auf. „Das ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir gehen mit allem Selbstbewusstsein, das wir haben, in dieses Spiel“, sagte Bundestrainer Joachim Löw vor der Partie, die genau am 60. Jahrestag des „Wunders von Bern“ stattfindet. „Fußballerisch hat noch keine Mannschaft ihre absolute Topleistung gezeigt.“

Für das DFB-Team ist das Duell gegen Frankreich das bedeutendste Spiel seit dem bitteren Aus im Europameisterschafts-Halbfinale vor zwei Jahren in Warschau gegen Italien, besonders für Löw angesichts seiner viel diskutierten Personalentscheidungen.

Trotz des spielerisch dürftigen 2:1 nach Verlängerung gegen Algerien werden für Thomas Müller die Leistungen der Nationalmannschaft zu kritisch gesehen. Er habe „ja fast das Gefühl, dass wir uns für das Weiterkommen ins Viertelfinale entschuldigen mussten“, sagte Müller in einer Interviewrunde mehrerer deutscher Zeitungen (Freitag-Ausgaben). Der Torschützenkönig der WM 2010 will nicht Weltmeister werden und „anschließend sagen müssen: 'Sorry, dass wir das Finale nur mit einem Tor gewonnen haben.'“

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