Fußballer im Netz: Was die Deutschen von Neymar lernen können

Fußballer im Netz
Was die Deutschen von Neymar lernen können

In sozialen Netzwerken ist das deutsche Team nicht weltmeisterlich. Dabei ist die Online-Kommunikation längst ein wichtiger Bestandteil der Fankultur, schreibt Daniel Mack in einem Gastbeitrag für Handelsblatt Online.
  • 0

DüsseldorfNatürlich hat Ex-DFB-Pressesprecher Harald Stenger recht, wenn er sagt, dass Tore wichtiger sind als Tweets. Dass sich Treffer auf dem Rasen und im Netz nicht ausschließen, zeigt zum Beispiel Brasilien-Star Neymar. Der Seleção-Topstürmer liegt nicht nur in der Torschützenliste relativ weit vorn, sondern ist auch der WM-Spieler mit den meisten Erwähnungen auf Twitter.

Die kürzlich veröffentlichten Daten des Kurznachrichtendiensts (300 Millionen Tweets in der Gruppenphase, doppelt so viele wie insgesamt bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London) zeigen: Echtzeit-Kommunikation im Social Web ist zu einem elementaren Bestandteil der Fankultur geworden.

Kein Wunder, so zeigt etwa Twitter die gesamte Vielfalt der Fußball-WM. Politische Proteste, der Kampf gegen die Armut und die lächerliche Plakatzensur durch die Fifa in den Stadien gehören ebenso zur den im 140-Zeichen-Kanal diskutierten Themen, wie hochspannende Fußballspiele und die sportlichen Überraschungen.

Das Interesse ist aber auch wirtschaftlicher Natur: Direkte Zugänge zur konsumfreudigen Fußballanhängerschaft über das Social Web sind bei Sponsoren gefragt wie nie. Die aktuelle „Social Trends Studie“ von Tomorrow Focus, wonach fast die Hälfte der Deutschen während den WM-Spielen und fast 40 Prozent der Frauen sowie 30 Prozent der Männer Social-Media-Kanäle das Smartphone als Second Screen nutzen, zeigt das Potenzial sehr deutlich.

Für Profifußballer, die sich sonst eher als Spielball der Medien sehen, ist das Social Web eine nie dagewesene Chance. Nicht nur die Macht über Nachrichten kann fester in eigenen Händen gehalten, sondern auch der eigene Werbewert deutlich erhöht werden.

Wer durch das Setzen von Themen Nachrichten selbst generiert, aber auch Interaktion mit der eigenen Anhängerschaft in den Mittelpunkt rückt, wird mit seinem Twitter-Profil Reichweiten erzielen, die deutlich über denen von etwa TV-Sendern liegen.

Kommentare zu " Fußballer im Netz: Was die Deutschen von Neymar lernen können"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%