Hilfe für „Barra Bravas“ Brasilianer schleusen Argentiniens Hooligans ins Land

Ihr Ruf eilt ihnen voraus: Die oft gewaltbereiten „Barra Bravas“ aus Argentinien reisen in großer Anzahl zur WM – mit Hilfe der verfeindeten brasilianischen Hooligans. Der Gastgeber sagt den Krawallmachern den Kampf an.
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Frenetische Anhänger von River Plate Buenos Aires: Argentiniens Hooligans strömen nach Brasilien. Quelle: AFP

Frenetische Anhänger von River Plate Buenos Aires: Argentiniens Hooligans strömen nach Brasilien.

(Foto: AFP)

DüsseldorfEs ist eine Invasion, die auf Brasilien in diesen Tagen zurollt. 100.000 argentinische Fans reisen nach Brasilien, um ihr Team bei der WM zu unterstützen. Unter den vielen Anhängern: Die gefürchteten Krawallmacher und Fanclubs – die „Barra Bravas“, organisierte, zumeist gewaltbereite Anhänger. Den ersten Hooligan hat es bereits getroffen: Ein 41-jähriger Argentinier machte sich am Montag per Flieger von Rosario auf nach Sao Paulo. Doch ehe der Gast den Flughafen in Brasilien verließ, schnappte ihn die Polizei.

Der Grund: Der Gewerkschaftler steht auf der schwarzen Liste. Die Liste, auf der gewaltbereite Fans stehen. Es ist der erste bekannte Fall, der durch die Medien ging. Die brasilianischen Sicherheitskräfte schickten den Argentinier umgehend zurück in die Heimat. Ein nur kleiner Erfolg für die Behörden, die die Einreise von gewaltbereiten Fanclubs verhindern wollen.

Schätzungsweise 1000 potenzielle Gewaltbereite sollen in dieser Woche die Grenze zu Brasilien überquert haben. 650 von ihnen sind der brasilianischen und argentinischen Polizei bekannt. Ob Drogendelikte, Mord oder Erpressung. Die meisten von ihnen haben Dreck am stecken. Und dennoch haben sie freies Geleit.

Denn die Barra Bravas sind gut organisiert, hegen gute Kontakte in die Oberschicht und lassen sich trotz des Einreiseverbots nicht beirren. Unterwegs mit der Gruppe: Die Anwältin Débora Hambo, die beim argentinischen Staat Klage gegen das Vorhaben, die Hooligans auf eine schwarze Liste zu setzen, einreichte. Auf dem Blatt Papier sind 2100 potenzielle argentinische Gewalttäter gelistet. Ist die Gruppe der 650 dort aufgeschrieben, ist es einfach, sie bei der Einreise zu schnappen und des Landes zu verweisen.

Doch den Behörden scheinen die Hände gebunden zu sein, ein offizielles Gerichts-Urteil steht noch aus. Hambo klagte mit dem Argument, dass die Daten der argentinischen Bürgen privat seien. Die Anwältin machte zudem klar, dass ihre Mandanten zum Vorrundenspielen der argentinischen Elf in Rio gegen Bosnien reisen werden – auch zu den Duellen nach Belo Horizonte und Porto Alegre. Besonders die Begegnung in Belo Horizonte bereitet den Sicherheitsschutz Kopfschmerzen. Denn in der Stadt sind die wohl gewalttätigsten Hooligans Zuhause, die des Clubs Cruzeiro. Behörden befürchten schwere Zusammenstöße beider Lager.

157.000 Sicherheitskräfte im Einsatz
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