Italien geht K.o.
Uruguay macht's mit Biss und Köpfchen

Uruguay hat den Gruppenfavoriten rausgekegelt. Die „Squadra Azzurra“ enttäuschte auf voller Linie – und hadert mit dem Schiedsrichter: Der zeigte Italien Rot und übersah eine Tätlichkeit des Wiederholungstäters Suarez.
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NatalDiego Godin hat Ex-Weltmeister Uruguay ins WM-Achtelfinale geköpft und den Vorrunden-K.o. des viermaligen Champions Italien besiegelt. Im entscheidenden letzten Gruppenspiel am Dienstag gewannen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) gegen das eine halbe Stunde in Unterzahl spielende Italien. Die Azzurri scheiterten damit zum zweiten Mal hintereinander nach 2010 in der WM-Vorrunde. Vor 39 706 Zuschauern in der Arena das Dunas in Natal erzielte Abwehrspieler Godin neun Minuten vor dem Ende das entscheidende Tor für Uruguay, das die Gruppe D als Zweiter hinter dem starken Außenseiter Costa Rica beendete und am Samstag im Achtelfinale in Rio de Janeiro antritt. Bei Italien sah Claudio Marchisio wegen groben Foulspiels die Rote Karte (59. Minute).

Für den negativen Höhepunkt einer Partie mit vielen Fouls sorgte Uruguays Stürmerstar Luis Suarez, dessen Kopfnuss und vermeintliche Beißattacke gegen Giorgio Chiellini in der 79. Minute vom mexikanischen Schiedsrichter Marco Rodriguez nicht geahndet wurde. Zwei Minuten später sorgte Godin für die Entscheidung, als er einen Eckball von Gaston Ramirez per Kopf im Tor der Italiener unterbrachte.

Um das gegen Costa Rica maue Angriffsspiel seiner Mannschaft zu beleben hatte Coach Cesare Prandelli Angreifer Mario Balotelli den künftigen Dortmunder Ciro Immobile an die Seite gestellt. Doch auch mit Doppelspitze fehlte den Azzurri in der Offensive jegliche Durchschlagskraft. Dabei machte die Squadra trotz der hohen Temperaturen um 28 Grad einen frischeren Eindruck als zuletzt und verfügte in Andrea Pirlo über einen exzellenten Ballverteiler.

Der 35-Jährige holte sich die Bälle oft weit hinten, um das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln, doch zwingende Chancen blieben in einer von vielen erbitterten Zweikämpfen geprägten Partie trotz leichter Feldvorteile aus. Noch die beste Gelegenheit besaßen die Italiener bei einem Pirlo-Freistoß aus gut 30 Metern, den Uruguays Schlussmann Fernando Muslera mit Mühe über die Latte lenkte (12.).

Auch Uruguays Coach Oscar Tabarez ließ seine Mannschaft erstmals im Turnier im 3-5-2-System spielen. Obwohl sie unbedingt gewinnen mussten, investierten die Südamerikaner aber nur wenig in das Spiel. In der Spitze wurde immer wieder der gegen England zweimal erfolgreiche Suarez gesucht, doch der Angreifer sah sich meist mehreren Abwehrspielern der Squadra gegenüber.

Erst in der 33. Minute entzog sich der Superstar seinen Bewachern nach einem Doppelpass mit Edinson Cavani, konnte den glänzend reagierenden Gianluigi Buffon im Tor der Italiener aber aus spitzem Winkel nicht bezwingen. Auch beim Nachschuss von Nicolas Lodeiro war der gegen Costa Rica nicht fehlerfreie Keeper auf dem Posten.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte nahm Prandelli seinen Gelb-Sünder Balotelli vom Feld, brachte in Marco Parolo einen defensiven Akteur und stellte auf ein 3-6-1 um. Die Folge war noch mehr Ballgeschiebe im Mittelfeld. Erst in der 58. Minute gab es den nächsten Aufreger des Spiels durch Cristian Rodriguez, der zwei Italiener stehen ließ, aber knapp an der langen Ecke vorbeischoss. Wenig später war das Spiel für Marchisio beendet, der nach einem Tritt gegen Egidio Arevalo vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.

In Überzahl gaben die Urus ihre Zurückhaltung auf und erhöhten den Druck. In der 66. Minute verhinderte Buffon gegen Suarez das drohende 1:0 für den Weltranglisten-Siebten, der in der Schlussphase mit Macht auf das Siegtor drängte und schließlich durch Godin erlöst wurde.

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Suarez mimt das Unschuldslamm, Prandelli tritt zurück

Kommentare zu " Italien geht K.o.: Uruguay macht's mit Biss und Köpfchen"

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  • Danke Uruguay, die Art wie die Italiener Fußball spielen wird uns bei der weitern WM nicht fehlen.

  • ja, es war sicher falsch , dass Suarez keine rote Karte für seine "Stutenbissigkeit" erhielt. Und sicherlich kann das zum Absturz Italiens beigetragen haben. Ursächlich für den Absturz war und ist allrdings, dass Italien nur auf 0:0 spielen wollte. Hätten sie von Beginn an mehr Druck gemacht und vorgehabt dieses Spiel zu gewinnen wären sie nun sicher weiter.

    Man sollte bei einer WM nie! auf ein 0:0 spielen wollen.

  • FIFA muss jetzt handeln. Luis Suarez muss für mindestens ein Jahr gesperrt werden. Das darf doch nicht wahr sein!

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