Kritik nach Messi-Wahl

„Das muss ein Witz von der Fifa sein“

Lionel Messis Wahl zum besten WM-Spieler erhitzt die Gemüter. Selbst Diego Maradona kritisiert die Abstimmung. Messi selbst ist das egal. Nach der Niederlage gegen Deutschland fühlt er nur „Bitterkeit und Traurigkeit“.
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Messi nach der Niederlage: „In solchen Momenten interessiert mich dieser Preis überhaupt nicht.“ Quelle: AFP

Messi nach der Niederlage: „In solchen Momenten interessiert mich dieser Preis überhaupt nicht.“

(Foto: AFP)

Rio de JaneiroDie Auszeichnung des geschlagenen Argentiniers Lionel Messi als „bester Spieler der WM“ in Brasilien hat für großes Unverständnis gesorgt. Selbst die argentinische Legende Diego Maradona kritisierte die Entscheidung der „Technischen Studiengruppe“ des Weltverbandes (Fifa). „Ich würde Lío den Himmel schenken. Aber wenn es nicht gerecht ist und die 'Marketing-Leute' wollen, dass er etwas gewinnt, was er nicht gewonnen hat, dann ist das ungerecht“, schimpfte Maradona in seiner Sendung „De Zurda“ nach dem 0:1 der Argentinier im Finale der Fußball-WM gegen Deutschland.

Messi wurde vor Thomas Müller und dessen niederländischem Vereinskollegen vom FC Bayern, Arjen Robben, zum besten Spieler der WM gewählt. „Das muss ein Witz von der Fifa sein“, schrieben die niederländischen Brüder Frank und Ronald de Boer prompt: „Er ist der beste Spieler der Welt, aber er war es nicht in diesem Turnier“. Ex-Bundesliga-Profi Jan Aage Fjortoft meinte bei Twitter: „Bester Spieler des Turnier !!? Ok.....“

„Feiert, nehmt Kölle auseinander!“
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„Unglaublich, was wir heute wieder geleistet haben. Die 120 Minuten, die wir geackert haben als Mannschaft. Ob wir die besten Einzelspieler haben oder was auch immer, ist vollkommen egal, man muss die beste Mannschaft haben. Wir haben uns in dem Turnier immer wieder gesteigert, haben uns von irgendwelchen Störfeuer nicht irritieren lassen, sind unseren Weg gegangen. Und am Ende stehst du da als Weltmeister. Unglaubliches Gefühl. Die Mannschaft ist ruhig und geduldig geblieben, sie wusste, dass sie hinten raus mehr Körner hat.“

DFB-Spielführer und Weltmeister Philipp Lahm

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„Es ist unglaublich. Es ist ein großartiges Erlebnis. Wir hatten alle einen unglaublichen Zusammenhalt schon seit der Vorbereitung, als wir ein paar Rückschläge hatten und Spieler wie die Benders oder Marco Reus verloren haben, die aber auch Weltmeister sind. Ganz Deutschland ist Weltmeister. Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen.“

Manuel Neuer, bester Torhüter der Welt und Weltmeister

Argentina's Sergio Aguero and Germany's Mats Hummels jump for the ball during their 2014 World Cup final at the Maracana stadium in Rio de Janeiro
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„Ich bin noch völlig in einer anderen Welt gefangen, körperlich auch zu erschöpft, um mich schon ganz euphorisch freuen zu können. Das wird aber in den nächsten Tagen kommen. Weltmeister wird man nur, wenn man als Mannschaft agiert. Das haben wir allen die ganze Zeit klarmachen wollen, und das haben wir geschafft, auch wenn uns im Finale das Quäntchen Glück beigestanden hat, als wir schon ein bisschen auf das Elfmeterschießen gewartet haben.“

Mats Hummels, der vielleicht beste Verteidiger der Welt. Und Weltmeister.

huGO-BildID: 38160147 Germany's Christoph Kramer lies on the pitch as teammate Thomas Mueller assists him, during the World Cup final soccer mat
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„An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist auch egal jetzt. Ich muss einen Gruß an meine Oma senden, die hatte Geburtstag und ich habe sie nicht erreicht.“

Bodycheck-Opfer, Weltmeister und Solinger Christoph Kramer

Bastian Schweinsteiger
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„Wir genießen den Moment, unglaublich. Danke an ganz Deutschland für die Unterstützung. Wir haben das gespürt hier, wie ihr hinter uns standet. Heute wird überall gefeiert, wir geben Vollgas hier. Unglaubliche Leistung, aber wie die Jungs von der Bank mitgegangen sind, ich habe sowas noch nie erlebt. Das gibt so viel Power, nur deswegen haben wir den Pokal gewonnen. Ganz spezieller Gruß an jemanden, ohne den wir alle nicht hier wären: Uli Hoeneß, vielen Dank für die Unterstützung, wir glauben daran, dass alles gut wird und unterstützen sie sehr.“

Stehaufmännchen und Weltmeister Bastian Schweinsteiger

World Cup 2014 - Final - Germany - Argentina
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„Ich habe auf dem Platz gesagt, vor zehn Jahren sind wir mit dem Auto von der U21 zur Nationalmannschaft gefahren und jetzt stehen wir hier und haben das Ding. Einfach Weltklasse. Danke an die ganzen Leute, die Fans, wir sind ein super Team. Grüße nach Kölle, feiert, nehmt Kölle auseinander.“

Edelreservist und Weltmeister Lukas Podolski

huGO-BildID: 35522866 Germany's National Olympic Committee (NOC) secretary general Michael Vesper speaks during a press conference in Tolstoy Ha
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„Die WM in Brasilien und der heutige Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft haben unsere Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2016 noch einmal erhöht. Die deutsche Mannschaft ist von den Einheimischen in beeindruckender Weise gefeiert worden, obwohl sie im Halbfinale das brasilianische Team besiegt hatte. Das Land war ein hervorragender WM-Gastgeber und wir können es kaum abwarten, in zwei Jahren nach Rio zurückzukehren und die Olympischen Spiele hier in der Stadt und hier in diesem Stadion zu erleben. Dann wird eine Deutsche Olympiamannschaft antreten, die hoffentlich ähnlich erfolgreich sein kann wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.“

Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor)

Die internationalen Medien reagierten ähnlich verwundert. „Messi war nicht der Beste der WM, aber er wurde von der Fifa gewählt. Diplomatie?“, fragte die uruguayische Sportzeitung „Ovación“. „Der Streit wird auf dem Silbertablett serviert“, schrieb die spanische Sportzeitung „Marca“. Selbst in der argentinischen Mannschaft hätte es für Messi nicht mal zur Auszeichnung als bester Spieler gereicht. Diese hätte sich Mittelfeldchef Javier Mascherano verdient gehabt. So schätzte es auch der Telegraph“ ein: „Er (Messi) ist nicht mal der beste argentinische Spieler des Turniers. Das war Mascherano.“

„Ich weiß nicht, ob ich das verdient habe“
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