Löw bleibt gierig
„Dieser Titel wird uns einen Schub geben“

Zehn Jahre hat Bundestrainer Joachim Löw auf den WM-Titel hingearbeitet. Kaum hat er das „Allergrößte“ erreicht, denkt er schon an 2016 und 2018. Genauso wie seine Spieler, die mit ihm noch mehr Titel sammeln wollen.
  • 3

Jetzt steht er ganz oben! Auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Nach 24 Jahren Abstinenz hat Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft wieder auf den WM-Thron geleitet - und als erster Trainer überhaupt eroberte er mit einem europäischen Team den Weltmeisterschaftstitel in Südamerika.

„Eine WM ist nur alle vier Jahre. Ein Finale ist von gar nichts anderem zu toppen, das ist das Allergrößte“, erklärte der 54 Jahre alte Löw, der sich nun als vierter DFB-Chefcoach Weltmeistertrainer nennen darf. „Das ist eine Sache für die Ewigkeit. Es waren zehn Jahre harte Arbeit. Wir sind in dieser Zeit immer besser geworden. Das war einfach fällig“, sagte Löw nach dem Triumph.

Doch genug haben er und sein Team noch nicht: "Dieser Titel wird uns auch für die Zukunft einen Schub geben. Einige Spieler sind noch sehr jung. Bei Miroslav Klose muss man mal sehen. Ihm ist alles zuzutrauen, vielleicht spielt er ja noch vier Jahre. Wir haben auf jeden Fall noch viele junge Spieler, die noch einiges bewegen können."

Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Fußball schreibt. Ein DFB-Trainerlehrgang hatte 2000 an der Sportschule Hennef Weltmeister Jürgen Klinsmann mit dem Zweit- und Erstligakicker Löw zusammengeführt. Als Klinsmann 2004 das marode deutsche Nationalteam als Chef übernahm, holte er Löw in seinen engsten Stab. „Was mich fasziniert hat, war seine geradlinige Denkweise“, erinnerte sich der jetzige US-Coach Klinsmann während des WM-Turniers in Brasilien.

Gemeinsam krempelten sie die wichtigste deutsche Fußballmannschaft und gleich auch noch das komplette Umfeld um. Und sie inszenierten das WM-Sommermärchen 2006. Als Klinsmann danach Schluss machte, schob er seinen Assistenten und Freund Löw in die erste Reihe.

In acht Jahren hat Chef Löw nicht nur Klinsmanns Erbe fortgesetzt. Er hat dem Spiel der DFB-Elf einen neuen, modernen, zeitweise sogar spektakulären Anstrich gegeben. Zweiter bei der EM 2008, Dritter bei der WM 2010, Dritter auch bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Polen und der Ukraine - Deutschland mischte kontinuierlich in der Spitze mit.

Den letzten Schritt, die Krönung, mussten sich Löw und die Generation um Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker, Klose und Podolski hart und zäh erkämpfen. Mit dem 1:0 nach Verlängerung am Sonntag im Endspiel in Rio de Janeiro gegen den WM-Dauerrivalen Argentinien gelang endlich der große Wurf.

Kommentare zu " Löw bleibt gierig: „Dieser Titel wird uns einen Schub geben“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • er ist schwabe das ist sein akzent in seiner region völlig normal.

  • Am badischen Wesen ist der deutsche Fußball genesen :-)

  • Glückwunsch an die deutsche Mannschaft, die sehr fair gespielt hat und die Deutschland sehr würdig auf dem Grün repräsentiert hat.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%