Muskelzerrung
DFB-Elf ohne Podolski im Achtelfinale

Gegen Algerien muss Bundestrainer Joachim Löw auf Lukas Podolski verzichten. Der leidet an einer Muskelzerrung. Miroslav Klose würde auch über 90 Minuten bereitstehen. In der Abwehr bleibt alles beim Alten.
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Santo AndréVor dem Start in die K.o.-Spiele sah sich Joachim Löw zu einer eindringlichen Warnung an seine Spieler veranlasst. Der Bundestrainer spürt, ein Ausscheiden gegen den krassen Außenseiter Algerien wäre für die Fußball-Nation Deutschland ein unverzeihlicher Schock. „Wenn jemand glaubt, man hat es im Achtelfinale mit einem vermeintlich leichten Gegner zu tun und kann den Fokus schon ein bisschen auf die nächste Runde richten, begeht er einen schweren Fehler“, mahnte ein fokussiert wirkender Löw kurz vor der Reise am Samstagabend zum Spielort Porto Alegre.

Lukas Podolski steht wegen einer Muskelzerrung für das erste Alles-oder-nichts-Spiel am Montag (22.00 Uhr/ZDF) im Estadio Beira-Rio nicht zur Verfügung. Zur entscheidenden Figur aber wird ohnehin in Brasilien immer mehr der Bundestrainer. „Unsere Mannschaft brennt auf das Achtelfinale, wo es kein Hintertürchen mehr gibt, wo du gewinnen musst“, beschrieb Löw das Playoff-Feeling. „Konzentration und Anspannung ist das Gebot der Stunde, jede Nachlässigkeit wird bestraft“, mahnte Löw. Er sieht sein Team aber bereit: „Wir gehen in diese Spiele mit großem Selbstbewusstsein.“

„Einige Mitfavoriten sind schon ausgeschieden, deswegen ist es absolut positiv“, skizzierte Kapitän Philipp Lahm die günstige Ausgangslage. Im Viertelfinale würde das DFB-Team als Achtelfinalsieger auf Frankreich oder Nigeria treffen. „Wir haben eine gute Spielanlage, sind dominant. Wir haben eine große Ballsicherheit“, benannte Toni Kroos die Vorzüge der Mannschaft.

Aus dem Potenzial und den Erkenntnissen der drei Gruppenspiele gegen Portugal (4:0), Ghana (2:2) und die USA (1:0) muss Löw das richtige K.o.-Puzzle zusammensetzen, um nicht nur die kleinere Hürde Algerien zu überspringen, sondern im Anschluss auch gegen die Top-Gegner zu bestehen. „Jetzt ist es entscheidend, dass man alles umsetzt. Kleinigkeiten entscheiden darüber, ob du rausfliegst“, betonte Miroslav Klose, mit vier WM-Teilnahmen, 15 WM-Toren und 134 Länderspielen der erfahrenste Akteur im 23-köpfigen Aufgebot.

Löw hat nach dem Gruppensieg eine Grundzufriedenheit. „Aber wir gehen auch kritisch mit uns ins Gericht. Wir wissen, wir können besser spielen, sind noch nicht am Limit. Das ist auch gut so“, erklärte der Freiburger in Santo André, von wo aus mit Bus, Fähre und Flugzeug die rund 2000 Kilometer lange Reise nach Porto Alegre in den kühleren Süden des Landes anstand. „Wir brauchen keine grundsätzliche Veränderung unseres Systems und unserer Spielidee. Was wir brauchen, sind Verbesserungen im Detail“, formulierte Löw.

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