Nach Chile-Fansturm Fifa will Sicherheitslücke stopfen

Die Erstürmung des Presseraums im Maracanã durch zahlreiche chilenische Fans hat die Fifa geschockt. Ein neues Sicherheitskonzept muss her. Noch sind der Verband und die brasilianischen Behörden jedoch ratlos.
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Die chilenischen Fans werden nach der Erstürmung des Maracanã von Sicherheitspersonal bewacht: Noch fehlen neue Sicherheitsmaßnahmen für den weiteren Turnierverlauf. Quelle: ap

Die chilenischen Fans werden nach der Erstürmung des Maracanã von Sicherheitspersonal bewacht: Noch fehlen neue Sicherheitsmaßnahmen für den weiteren Turnierverlauf.

(Foto: ap)

Rio de JaneiroDie Erstürmung des Pressezentrums im legendären Maracanã durch zahlreiche chilenische Fußballfans hat FIFA, WM-Organisatoren und Brasiliens Behörden offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt und bedenkliche Lücken im WM-Sicherheitskonzept offenbart. Auch einen Tag nach dem Vorfall in Brasiliens Fußball-Heiligtum unmittelbar vor der Partie zwischen Spanien und Chile (0:2) konnten weder der Weltverband noch die staatlichen Sicherheitskräfte Maßnahmen für den weiteren Turnierverlauf verkünden.

„Die Diskussionen laufen noch. Die Geschehnisse müssen genau bewertet werden. Wir hatten ein Meeting, um die Situation zu bewerten und um sicherzustellen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt“, sagte der für Sicherheit zuständige OK-Verantwortliche Hilario Medeiros am Donnerstag in Rio de Janeiro. Immerhin FIFA-Sicherheitschef Ralf Mutschke redete Klartext und nannte den in der WM-Historie einmaligen Vorfall „beschämend“ für den Weltverband.

„Kroos geht jetzt unaufgefordert zum Frühstück“
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„Wir waren ganz oben und jetzt sind wir ganz unten. Es ist grausam, wir hatten große Illusionen.“

Andres Iniesta zum überraschenden Aus der Spanier bei der WM.

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„Ich hasse so etwas zu sehen.“

Kameruns Nationaltrainer Volker Finke nach dem WM-Aus gegen Kroatien, bei dem zwei seiner Spieler gegeneinander handgreiflich geworden waren

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„Wir sind absolut zufrieden mit ihm, was er leistet auf seinem Weg, er hat eine absolut professionelle Einstellung. Er geht auch jeden Morgen jetzt zum Frühstück - unaufgefordert.“

Nationalmannschafts-Assistenztrainer Hansi Flick am Mittwoch in Santo André über Toni Kroos

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„Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin.“

Noch einmal Hansi Flick, diesmal auf Sun Tzus Spuren zum Motto der deutschen Fußball-Nationalmannschaft während der WM in Brasilien

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„Manche sagen, unsere Herangehensweise wäre selbstmörderisch.“

Mittelfeldspieler Arturo Vidal in einem FIFA-Interview noch vor dem Anpfiff zum Spiel der Chilenen am Mittwoch in Rio de Janeiro gegen Fußball-Weltmeister Spanien

Brazil's coach Luiz Felipe Scolari shouts instructions to his players during their 2014 World Cup Group A soccer match against Mexico at the Castelao arena in Fortaleza
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„Ihr könnt Euch eine eigene Aufstellung ausdenken. Das Problem ist: Ihr habt keinen Einfluss darauf, was ich denke.“

Brasiliens Fußball-Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari bei der WM nach dem 0:0 gegen Mexiko zu Nachfragen nach seiner Aufstellung

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 „Du bist gezwungen, zu stehen. Aber ich bin ein sitzender Coach.“

Louis van Gaal ist stinkig. Genau in seinem Blickfeld sitzt immer ein Kameramann. Das Spiel im Stehen gucken? Nicht mit dem sitzenden Holländer.

Ein Versäumniss in den generellen Sicherheitsvorkehrungen wurde von allen Seiten dementiert. 1087 Stewards privater Sicherheitsdienste seien im Stadion im Einsatz gewesen, außerhalb der Arena waren es 3000 staatliche Ordnungshüter. Die chilenischen Eindringlinge waren am Mittwoch im Pressezentrum gestoppt worden, wo für kurze Zeit chaotische Zustände geherrscht hatten.

Der Sicherheitsdirektor des Justizministeriums, Andrey Passos Rodrigues, wich konkreten Fragen nach Konsequenzen aus. „Maßnahmen müssen getroffen werden, aber anhand einer Analyse der Ereignisse“, sagte der Regierungsvertreter. Für das kommende Spiel im Maracanã werde man Lösungen finden. Die Partie am Sonntag zwischen Belgien und Russland dürfte aber ohnehin keine Fan-Konflikte dieser Art hervorrufen.

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