Reaktionen zum Reus-Ausfall
„Ein großer Traum ist geplatzt“

Der Ausfall der Turbo-Kraft Reus schwächt die DFB-Elf auf dem Weg nach Brasilien. Der Bundestrainer ist geschockt und nominiert einen Abwehrspieler nach, weil vor allem Podolski und Schürrle gegen Armenien überzeugen.
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FrankfurtEndlich Brasilien - aber ohne Marco Reus! Das lange Warten auf den Start ins WM-Abenteuer geht am Pfingstwochenende zu Ende, das niederschmetternde Turnier-Aus für den Dortmunder Offensivspieler trübt jedoch empfindlich die Vorfreude bei Joachim Löw und seiner erwartungsfrohen Reisegruppe. „Für uns ist es ein Schock“, sagte der Bundestrainer am Samstag.

Nach der letzten Nacht auf deutschem Boden, in der sich früh die leisen Hoffnungen auf eine doch noch glimpfliche Verletzung des Offensivspielers beim 6:1-Sieg im Benefiz-Länderspiel gegen Armenien zerschlagen hatten, musste Löw vor dem Abflug des DFB-Trosses am Abend die bitteren Realitäten anerkennen und umgehend reagieren. Shkodran Mustafi erhielt als Nachrücker den frei gewordenen Platz im Flugzeug von Frankfurt via Salvador nach Porto Seguro.

Reus war während der Bundesliga-Rückrunde und auch in der Vorbereitung in Topform. Er war ein Fixpunkt in Löws WM-Wunschelf und einer der Hoffnungsträger für den angestrebten vierten Titelgewinn nach 1954, 1974 und 1990. „Marco war super drauf. Er hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt“, bedauerte der leidgeprüfte Löw. Im Trainingslager in Südtirol hatte er schon den Leverkusener Lars Bender mit einer Oberschenkelverletzung für das Turnier verloren.

Reus selbst äußerte sich niedergeschlagen. „Ich weiß wirklich nicht, wie ich das in Worten ausdrücken soll, was ich gerade empfinde. Ein großer Traum ist von einer zur anderen Sekunde geplatzt“, sagte der 25-Jährige am Samstag der „Bild“. Auch die Teamkollegen litten mit der Turbo-Kraft, die sich intern höchste Wertschätzung erworben hatte. „Es ist bitter für uns und natürlich für ihn. Er war eine Waffe. Er kann Freistöße schießen, ist beweglich“, sagte Torjäger Miroslav Klose direkt nach dem Torfestival in Mainz, als Reus bereits in der Uniklinik bei der Untersuchung war.

Nach einem eher harmlosen Zweikampf war der BVB-Profi mit dem Fuß unglücklich umgeknickt. Nach dem Sturz auf den Rasen schlug Reus die Hände vors Gesicht – er ahnte sofort Schlimmes. „Es gab keine Schuld, es war kein überhartes Foulspiel. Es war ein Zweikampf, wie er immer wieder passiert im Spiel“, sagte Löw zu der Szene. Die Mediziner konnten auch keine Hoffnung mehr auf einen Einsatz im Turnierverlauf machen: Erst in sechs bis sieben Wochen werde Reus voraussichtlich wieder ins Training einsteigen können, hieß es in ihrem Bulletin.

Den vakanten Business-Seat im Charterflugzeug nach Brasilien vergab Löw an Abwehrspieler Mustafi, den der Bundestrainer nach dem Trainingslager in Südtirol nicht für sein 23-köpfiges WM-Aufgebot berücksichtigt hatte. „Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann“, sagte der 22-Jährige von Sampdoria Genua der Nachrichtenagentur dpa.

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