Technik für die Nationalelf
Der neue deutsche Co-Trainer ist eine App

Wenn Bundestrainer Löw am Sonntag die Mannschaft aufstellt, verlässt er sich nicht nur auf sein Wissen. Sämtliche Spielerdaten kann er mit einer App von SAP abrufen und analysieren. Das kann spielentscheidend sein.
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San FranciscoSchnelle Vorstöße aus der Tiefe des Raums, überraschende, aber eingespielte Pässe und zuverlässiges  Zuspiel bevor der Gegner überhaupt reagieren kann. Wenn es am Sonntag gegen Argentinien geht, werden Präzision und Schnelligkeit zwei der Schlüsselpunkte für den Erfolg sein. Und zumindest an der Schnelligkeit hat Bundestrainer Joachim Löw seit 2010 kräftig gearbeitet.

Die durchschnittliche Zeit zwischen Ballannahme und Abgabe bei einem Passspiel lag bei der WM 2010 noch bei 3,4 Sekunden. In Brasilien steht der Wert jetzt bei rekordverdächtigen 1,1 Sekunden. Da bleibt Zeit zum Reagieren. Das hat nicht zuletzt Gastgeber Brasilien bei der legendären 1:7-Niederlage zu spüren bekommen.

Die zeitnahe Analyse von Milliarden von Daten mit einer Datenbank-Analysesoftware von SAP ermöglichte den Sieg deutscher High-Tech-Präzision über den lateinamerikanischen Zauberfußball. Das Internet ist der zwölfte Mann auf dem Rasen.

„Wir haben eine App auf unseren Mobilgeräten“, erklärte DFB-Manager Oliver Bierhoff in einem Interview mit dem Sportsender ESPN vor dem Brasilien-Spiel, „die uns zeigt, wer die Spieler sind, die für Silva und Neymar reinkommen werden. Wir haben die Schlüsselszenen dieser Spieler und können sie schnell rausfiltern und den Verteidigern wertvolle Hinweise geben. Das funktioniert richtig gut, weil es intuitiv zu bedienen ist und die Daten visuell aufbereitet sind.

Der neue Co-Trainer auf der Bank heißt SAP, nur gesehen werden darf er nicht. Das war in der Tat eine Grundvoraussetzung, schildert Chris Burton, Chef der Sponsoring-Aktivitäten bei SAP im Gespräch mit Handelsblatt Online. Die Ansage des DFB bei Beginn der Zusammenarbeit 2013 war klar: „Wir wollen keinen SAP-Mann im Trainingslager sehen.“

Die Anwendung mit dem Namen Match Insights musste von Trainern, Spielern und Scouts ohne Handbuch oder sonstiger Unterstützung einer IT-Hotline nutzbar sein – und zwar jederzeit. Heißt: vor, während und nach einem Spiel.

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