Unser Reporter in Brasilien

„Wenn die Seleção patzt, dann kracht es“

Zwischen Frust und Vorfreude: In Salvador, erster Spielort der DFB-Auswahl, sind die Menschen hin- und hergerissen. Nur der Erfolg der brasilianischen Elf vermag die Gemüter zu besänftigen – auch wegen hoher Ausgaben.
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Wer seinen Frust über die WM und die Machenschaften der Fifa ausdrücken will, geht demonstrieren oder schreibt seine Botschaft auf Hauswände, wie hier in der Ladeira do Carmo.

Wer seinen Frust über die WM und die Machenschaften der Fifa ausdrücken will, geht demonstrieren oder schreibt seine Botschaft auf Hauswände, wie hier in der Ladeira do Carmo.

SalvadorAn der Ladeira do Carmo, einer Straße etwas abseits von Salvadors kunterbunter Altstadt, macht ein Zufall die Zerrissenheit der Brasilianer auf wenigen Metern sichtbar. Ein Mann, der sein Auto mit zwei grün-gelben Fähnchen geschmückt hat, parkt seinen Wagen vor einer Häuserwand, auf der die eindeutige Botschaft gekritzelt wurde: Fuck the Cup.

Die Zerrissenheit in Person ist Roberto Fehera. Der 48-Jährige steht auf einem Platz in Hafennähe, bietet Armbänder in rauen Mengen an. „Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ein großer Fußballfan“, sagt er wie zur Entschuldigung.

Denn was folgt ist ein langes „Aber“: „Hier sitzen Kinder auf der Straße und es wird Geld ausgegeben, um die Innenstadt hübsch zu renovieren. “ Viele Menschen in Salvador seien arbeitslos, viele obdachlos und niemand tue etwas dagegen.

„Diejenigen, die arbeiten, werden auch noch schlecht bezahlt“, sagt Fehera. Brasilien sei ein so sehr reiches Land. „Doch das Geld kommt nur bei sehr wenigen Menschen an.“ Morgen beginnt die Fußball-WM im vielleicht fußballverrücktesten Land überhaupt.

In Salvador spielen am Freitag die Spanier gegen die Niederlande. Und es gibt sie, die unübersehbaren Zeichen, dass der Dreimillionenstadt, in der die deutsche Mannschaft am Montag ihr erstes Gruppenspiel gegen Portugal bestreiten wird, ein Spektakel bevorsteht.

In Pelourinho, dem Viertel mit den zahlreichen Postkartenmotiven, wurden nicht nur viele Fassaden in frischen Farben aufgehübscht, vor allem die grün-gelben Flatterfähnchen über den Straßenzügen verbreiten Feier-Flair. Auf den Märkten und in den Geschäften liegen die Trikots – gefälscht oder im Original – zuvorderst in der Auslage.

Erst wenige Ausländer sind in der Stadt
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