WM der Einwechselspieler
Der Joker wird zum Superhelden

In den 40 Spielen der WM erzielten Einwechselspieler 21 Treffer. Das häufige Ein- bzw. Auswechseln ließe sich mit konditionellen Defiziten erklären. Tatsächlich aber stechen die Joker taktisch präzise. Eine Analyse.
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DüsseldorfTore von Einwechselspielern sind im Fußball nichts Neues. Sie fallen regelmäßig, sie fallen aus Berechnung. Gemeinhin werden sie von einer besonderen Art des Fußballers erzielt: dem Joker. In den Batman-Comics ist der die Verkörperung des ultimativen Widersachers. Bei der aktuellen WM mutiert der Joker zum Superhelden.

Joker, das heißt: Nicht aus Verlegenheit oder Not gekommen. Es ist nicht der Einwechselspieler, der für einen Verletzten oder Erschöpften aufläuft. Der Joker kommt mit einem Plan, einer Mission. Die bekommt er vom jeweiligen Trainer.

21 Mal hat diese Gattung Fußballer nach rund der Hälfte aller Spiele schon getroffen – Tendenz stetig steigend. Zum Vergleich: Bei der WM 2010 in Südafrika erzielten Einwechselspieler insgesamt nur 15 Tore.

Natürlich sind nicht alle 21 Treffer astreine Joker-Tore. Wie sich so ein Torerfolg definiert? Der Einwechselspieler muss vom Trainer gezielt eingewechselt werden – und er muss das Spiel drehen oder entscheiden.

Es ist diese Art von Einwechslung, die das Turnier in Brasilien ganz besonders macht. Dort werden weniger defensive Spieler zum Absichern eingewechselt. Auch Stürmer werden nicht blind in die Schlacht geworfen, die Joker dieses Turnier werden passgenau als taktische Variation eingewechselt.

Bestes Beispiel bei dieser WM ist bislang wohl die belgische Nationalmannschaft. Drei Treffer haben die Belgier erzielt, alle drei erzielten Spieler, die erst zur zweiten Hälfte kamen. Trainer Marc Wilmots gilt als ausgesprochener Fuchs, der einen Kader mit ausgesprochenem Potenzial verwaltet.

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