WM-Finale gegen Argentinien
Elf Gründe, warum Deutschland Weltmeister wird

Das Spiel gegen Argentinien ist alles, aber kein Selbstläufer. Dennoch geht Deutschland als Favorit in die Partie – und das nicht zu Unrecht. Es gibt sehr gute Gründe, warum die DFB-Elf im Finale steht. Und auch gewinnt.
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Düsseldorf7:1 gegen Brasilien. Topfavorit. Ungeschlagen. Effektiv. Zauberhaft. Die Zweifel, dass Deutschland am Sonntagabend im WM-Finale gegen Argentinien den Pokal erringt, sind vorhanden, aber gering. Dabei ist die Sache noch längst nicht klar: Die Argentinier haben jedes Spiel bei dieser WM gewonnen – anders als die DFB-Auswahl. Die Siege waren glanzlos, aber gnadenlos effektiv. Sie sind taktisch schwer auszurechnen, weil sie aus einer strukturierten Defensive aus mehr reagieren denn agieren. Und wenn alle Stricke reißen, ist da immer noch der mehrfache Weltfußballer Lionel Messi.

Ein Selbstläufer ist das Endspiel im legendären Estádio Jornalista Mário Filho, besser bekannt als Estádio do Maracanã, in der Megametropole Rio de Janeiro bei weitem nicht. Auch, weil die Gier der Südamerikaner nach dem Gold, was in der jüngeren Vergangenheit die Europäer stets unter sich ausgemacht haben, groß ist. Doch faktisch gibt es gute Gründe, die für einen Titelgewinn der DFB-Elf sprechen. Sogar direkt elf.

1. „Die Mannschaft“

Dieser Tage geistert ein Ausspruch in vielerlei Formen durch die sozialen Netzwerke. Er lautet übersetzt: „Brasilien hat Neymar. Argentinien hat Messi. Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat eine Mannschaft.“ Der Satz, der mitunter Steven Gerrard zugeschrieben wird, ist plakativ, aber treffend. Die DFB-Auswahl präsentiert sich als Kollektiv durch und durch. Alles wird der gemeinsamen Ausrichtung untergeordnet, Egoismen und Eitelkeiten sind außen vor. Die Stimmung ist blendend, die Reservisten ziehen mit. In der entscheidenden Phase weiß jeder im Team, was er zu tun hat. Gerade defensiv verschieben sich die hinteren Reihen wie aus einem Guss, wenn der Gegner aufgehalten werden muss. Es wird geredet, aber nicht gemotzt. Es wird kritisiert, aber nicht gepoltert. Die DFB-Elf wird im Ausland schon länger als „Die Mannschaft“ bezeichnet. Allmählich leuchtet auch den Deutschen ein, wieso.

2. Individuelle Klasse

Wie weit eine Mannschaft mit geschlossener Leistung, guter Taktik und Disziplin kommt, haben Costa Rica, Chile und Mexiko gezeigt. Sie alle haben über ihrem fußballerischen Niveau gespielt – sie alle sind ausgeschieden. Im Halbfinale standen ausschließlich Teams mit international renommierten Stars in ihren Reihen. Das trifft auch auf Deutschland zu. Wenn es knapp wird, kann sich die DFB-Auswahl auf ihre großen Namen verlassen, in jedem Mannschaftsteil. Weltklasseleistungen zeigten bei diesem Turnier bisher Manuel Neuer, Mats Hummels, Philipp Lahm, Toni Kroos, Thomas Müller und André Schürrle. Dicht dahinter folgen die Perfomances von Jérôme Boateng, Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Miro Klose und mittlerweile auch Benedikt Höwedes. Offensiv wie defensiv haben die Hochkaräter bereits bewiesen, dass sie ein Spiel auch alleine entscheiden können.

3. Mesut Özil

Es ist nicht sein Turnier. Mesut Özil fehlt in keiner Liste der höchst veranlagten Kicker des Planeten. Aber kaum ein Ballgenie schwankt so zwischen Brillanz und Totalausfall wie der derzeit teuerste deutsche Fußballer. Nach seinem Wechsel zu Arsenal London verzückte er sofort die Fans, nur um dann im Saisonverlauf mehr und mehr in die Kritik zu geraten. Es wirkt manchmal, als laste die Aufmerksamkeit der Welt auf ihm. Dabei wird unterschätzt, dass auch er bei diesem Turnier eine Entwicklung durchlaufen hat: Özil ist kein Ballast mehr, wenn er gerade nicht zaubert. Er läuft viel und schnell, verteidigt mehr. Seinen Stammplatz hat er sich durchaus verdient, allein schon, weil er naturgemäß mindestens zwei Verteidiger bindet. Mit jeder WM-Partie steigt (allein schon statistisch) allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Özil eine Vorstellung auf höchstem Niveau abliefert. Das WM-Finale wäre die ideale Bühne für einen großen Auftritt. Stoff, aus dem Legenden sind.

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