WM-Gruppe C im Teamcheck
Die ganz heimliche Todesgruppe

Kolumbien, Elfenbeinküste, Japan, Griechenland: Was sich nach fußballerischen Nobodys anhört, entpuppt sich als vielleicht am härtesten umkämpfte WM-Vorrundengruppe. Sicher planen kann in Gruppe C niemand. Der Check.
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Kolumbien: Vorne hui, hinten pfui

Wer vor drei Jahren prognostiziert hätte, Kolumbien stehe 2014 auf Platz fünf der Fifa-Weltrangliste, wäre mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit für verrückt erklärt worden. Damals belegte das Team Rang 54 der Reihung und wartete bereits seit 13 Jahren auf eine Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft.

Nachdem Kolumbien unter dem damaligen Teamchef Leonel Alvarez durchwachsen in die WM-Qualifikation gestartet war, übernahm allerdings José Pekerman den Trainerposten. Und der kannte nur eine Richtung: Steil nach oben.

Von den ersten sechs Quali-Spielen unter dem neuen Coach konnten fünf gewonnen werden. Zwischenzeitlich kletterte das Team sogar auf Rang drei der Weltrangliste. Zum Dank wurde Pekerman 2012 und 2013 zu Südamerikas Trainer des Jahres gewählt. Das größte Geschenk machte der Argentinier sich allerdings selbst: Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

Dort hat es Kolumbien dank der starken Qualifikation und der eigenwilligen Zusammensetzung der Fifa-Weltrangliste zum Kopf der Gruppe C gebracht. Die Auslosung ersparte den Südamerikanern die großen Kracher, stattdessen geht es mit Griechenland, Japan und der Elfenbeinküste gegen drei Nobody-Teams.

Die schlechte Nachricht für Kolumbien: Auf den großen Star der Mannschaft muss das Team in Brasilien verzichten. 60-Millionen-Euro Mann Radamel Falcao laboriert noch immer an einem Kreuzbandriss und wird die WM wohl vom Sofa aus verfolgen. Die gute Nachricht: Mit Portos Jackson Martinez, dem Bald-Dortmunder Adrian Ramos und Sevillas Europa-League-Sieger Carlos Bacca stehen namhafte Alternativen im Sturm parat. Auch das Mittelfeld um James Rodriguez (AS Monaco), Fredy Guarin (Inter Mailand) und Juan Guillermo Cuadrado (AC Florenz) ist prominent besetzt.

Je weiter man die Aufstellung nach hinten durchgeht, desto deutlicher wird allerdings die Schwachstelle der Kolumbianer: Das Hinterhaus der Mannschaft. Sinnbild der Defensiv-Problematik ist Innenverteidiger Mario Yepes, der es trotz seiner 38 Jahre in den Kader geschafft hat.

Fazit: In Falcao fehlt Kolumbien der große Star der Mannschaft. An Offensivpower fehlt es den Südamerikanern deshalb aber nicht. Wegen der fehlenden Balance im Team bleibt Kolumbien eine unbekannte Größe und gehört nicht zu den Favoriten.

Prognose: Nun kann die Mannschaft zeigen, dass sie zu Recht als Gruppenkopf gesetzt ist. Für Kolumbien spricht dabei vor allem die Offensiv-Stärke. Bei den ansonsten eher mäßigen Gegnern ist der Gruppensieg drin.

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