WM-Gruppe D im Teamcheck
Italien legt vor, Uruguay jagt England

Italien und England als Fußball-Mächte gesetzt? Nicht in Gruppe D. Gerade der Kampf um den zweiten Platz dürfte zum heißen Tanz mit Uruguay werden. Und dann gibt es da ja noch das Füllmaterial. Der Gruppencheck.
  • 0

Uruguay: Auf Zehenspitze Richtung internationale Spitze

Wer die WM-Qualifikation verfolgt hat, wird sich gedacht haben: Wie ist Uruguay eigentlich 2010 Vierter der WM geworden? Seinerzeit wurde Diego Forlán zum besten Spieler gekürt, Thomas Müller schnappte dem Weltstar nur wegen der Torvorlagen die Torjägerkrone weg. Die DFB-Elf höchstpersönlich musste in Südafrika im Spiel um Platz drei erfahren, wie unangenehm die Südamerikaner zu spielen sind. Die Fachwelt prognostizierte dem lange abgetauchten Doppelweltmeister eine Zukunft in der Weltspitze.

Dann tat man sich in der Quali überraschend schwer. Obwohl Platzhirsch Brasilien als WM-Gastgeber gar nicht erst mitmischte, musste Uruguay den Teams aus Chile, Ecuador, Kolumbien und Argentinien den Vortritt lassen und den Umweg über die Relegation gehen. Jordanien hieß der Gegner und wurde mit 5:0 und einem bescheidenen 0:0 abgefertigt. In den vergangenen zehn Partien musste sich das Team allerdings nur Ecuador in dessen schwindeliger heimatlichen Höhe geschlagen geben. Geschlagen wurden unter anderem Japan und Argentinien. Beim Confederations Cup im Vorjahr hätte Uruguay zudem beinahe Brasilien den Finaleinzug vermasselt.

Diego Forlán ist immer noch dabei, nicht mehr in Topform, aber noch immer gefährlich. Dazu kommt in Form von Edinson Cavani und Luis Suárez eine der teuersten und treffsichersten Sturmreihen des Turniers. Aber: Suárez ist nach einer Knie-Operation nicht fit und wird erst später eingreifen können. Ansonsten ist das Team mit Hochkarätern gespickt, zum Beispiel einem Trio des Champions-League-Finalisten Atlético Madrid. Auf dem Papier müsste der Kader mehr leisten als zuletzt zu beobachten war.

Fazit: Erfahrung und körperliche Härte treffen auf Spielwitz. Eigentlich eine schlagkräftige, höchst gefährliche Kombination. Die Altvorderen mit Routiniers wie Forlán wirken stabilisierend auf die Mannschaft. Eine Schlüsselrolle dürfte Suárez' Fitness sowie die Eingespieltheit des Atlético-Blocks spielen. Nominell braucht Uruguay sich zumindest in der Gruppe vor niemandem verstecken.

Prognose: Die Südamerikaner liefern sich mit Italien und England ein heißes Duell ums Achtelfinale. Bekommt Suárez Einsatzzeit, sollte Platz zwei in der Gruppe drin sein. Läuft es bei Uruguay nicht rund, schlägt die Stunde der Engländer.

Kommentare zu " WM-Gruppe D im Teamcheck: Italien legt vor, Uruguay jagt England"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%