WM-Gruppe H
„Rote Teufel“ mit Zittersieg gegen Algerien

Der Geheimfavorit bleibt Leistung schuldig: Belgien ist mit einem knappen 2:1 gegen Algerien in die WM gestartet. Spielerisch glänzen konnte das hochgelobte junge Team dabei erst einmal nicht.
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Belo HorizonteBelgiens hochgelobte „Rote Teufel“ haben bei ihrer Rückkehr auf die Weltbühne des Fußballs nach exakt zwölf Jahren eine Blamage mit Mühe abgewendet. Tore der eingewechselten Marouane Fellaini (70. Minute) und Dries Mertens (80.) retteten dem Team um die Bundesliga-Profis Daniel van Buyten und Kevin De Bruyne am Dienstag in Belo Horizonte den 2:1 (0:1)-Sieg gegen den leidenschaftlich aufspielenden Außenseiter Algerien. „Für ganz Belgien ist das was besonderes. Es war wichtig mit einem Sieg zu starten. Jetzt müssen wir das zweite Spiel auch gewinnen“, sagte der glückliche Torschütze Mertens.

Mit einem in der 25. Minute verwandelten Foulelfmeter schien Sofiane Feghouli den Weg zum größten Triumph für die Nordafrikaner seit dem 2:1-Sieg gegen Deutschland bei der WM in Spanien vor 32 Jahren geebnet zu haben. „Es war uns klar, dass Belgien großartige Fußballspieler hat. Es gibt uns trotzdem Selbstvertrauen“, sagte Algeriens Kapitän Madjid Bougherra. „Wir haben einfach auf diesem Weltniveau noch zu wenig Erfahrung“, bekannte Torschütze Feghouli.

Mit der Einwechslung der beiden Torschützen bewies Trainer Marc Wilmots beim WM-Comeback der „Roten Teufel“ ein goldenes Händchen, doch 70 Minuten lang waren die Belgier vor 56 800 Zuschauern den Nachweis schuldig geblieben, ein Titelkandidat in Brasilien zu sein, und hatten eine geradezu hilflose Vorstellung geboten. Gegen eine selbstbewusst auftretende und früh störende algerische Mannschaft lief bei den „Roten Teufeln“ wenig zusammen. Der als Spielgestalter vorgesehene Wolfsburger De Bruyne fand keine Bindung zu seinen Nebenleuten, vor allem aber fehlte es den Aktionen an Tempo.

Nervös und ohne rechte Ordnung agierte zudem die Abwehr, in der auch Teamsenior van Buyten nicht frei von Schwächen war. In der 18. Minute verschätzte sich der 36-Jährige, dessen Vertrag beim FC Bayern München nicht verlängert wurde. Doch Rihad Mahrez wusste mit der unverhofften Chance nichts anzufangen und schoss weit am Tor vorbei.

Die von ihrem Coach Vahid Halilhodzic taktisch gut eingestellten Algerier vertrauten auf eine stabile Defensive und lauerten auf schnelle Konter. Bei einem dieser Vorstöße wusste sich Jan Vertonghen gegen Feghouli im Strafraum nicht anders zu helfen, als den Profi des FC Valencia mit einem Griff an den Arm am Torschuss zu hindern. Der Gefoulte ließ Thibaut Courtois von Champions-League-Finalist Atletico Madrid im belgischen Tor mit einem platzierten Schuss keine Chance.

Wer eine schnelle Antwort der Belgier erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die große Sturmhoffnung Romelu Lukaku wurde von Algeriens Kapitän Madjid Bouguerra fast völlig abgemeldet, auch von Eden Hazard vom FC Chelsea gingen keinerlei Impulse aus. So bekam Trainer Wilmots von seiner Mannschaft vor der Pause nur eine nennenswerte Torchance zu sehen, als Rais M'Bolhi im algerischen Tor einen 25-Meter-Schuss von Axel Witsel entschärfen konnte.

Mit der Einwechslung von Mertens für Nacer Chadli gelang es Wilmots nach Wiederanpfiff, das lahme Offensivspiel seiner Mannschaft ein wenig zu beleben. Doch echte Torgefahr strahlten die Belgier nach wie vor nicht aus. Dafür lag auf der Gegenseite das 2:0 in der Luft, als ein Kopfball von Carl Medjani ganz knapp am Tor von Courtois vorbeiflog. Erst als Divock Origi nach knapp einer Stunde den schwachen Lukaku ersetzte, erhielten die Angriffsaktionen die lange vermisste Dynamik. In der 64. Minute verhinderte M'Bolhi per Fußabwehr einen Treffer des 19-Jährigen vom OSC Lille.

Doch dann war der Schlussmann von ZSKA Sofia machtlos, als Fellaini ihn mit einem Kopfball überlistete, der von der Lattenunterkante ins Tor prallte. Zehn Minuten vor dem Ende setzte Mertens mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel sogar noch einen drauf. Den bis dahin letzten WM-Treffer für Belgien hatte der heutige Coach Wilmots am 14. Juni 2002 beim 3:2 gegen Russland erzielt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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