WM ohne Beckenbauer
Der „Kaiser“ hört auf Zwanziger

Franz Beckenbauer ist vom Fußball-Weltverband für 90 Tage gesperrt worden und darf nicht an der WM teilnehmen. Die Strafe wirkt: Der Fußball-Kaiser hört auf Ex-DFB-Chef Zwanziger und will Fragen zu Katar beantworten.
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BerlinDer Fußball-Kaiser steht plötzlich im Abseits. Praktisch über Nacht ist Franz Beckenbauer zur Persona non grata erklärt worden und wird sich die WM am Zuckerhut wohl nur am Fernseher angucken. Denn die am Freitag vom Weltverband FIFA verhängte Sperre von 90 Tagen hat für den 68-Jährigen weitreichende Konsequenzen.

Doch bereits am Sonntag vollzog Beckenbauer die Kehrtwende - wohl auch, um weiteren Strafen zu entgehen. Er will nun bis zum 27. Juni die Fragen der Fifa-Ethik-Kommission beantworten, gab sein Management bekannt. Dabei geht es um die Vergabe der Weltmeisterschaft im Jahre 2022 an den Wüstenstaat Katar und inwieweit Korruption dabei eine Rolle spielte.

„Franz Beckenbauer kann an keiner Fußball-Aktivität teilnehmen. Das schließt andere Dinge ein, wie eine Einladung zum Besuch eines Fußballspiels oder den privaten Besuch einer jeglichen Partie“, sagte Alan Sullivan, stellvertretender Chef der FIFA-Ethikkommission, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

Beckenbauer darf also nicht nur für drei Monate kein Amt im Fußball ausüben, sondern ist auch bei keiner Veranstaltung erwünscht. Er erwägt daher, seine geplante Reise zum Halbfinale und Finale abzusagen. „Das muss ich mir jetzt überlegen. Ich werde abwarten, was in den nächsten Tagen passiert“, sagte Beckenbauer.

Eines ist schon mal klar: Der FIFA-Bann wirkt sich nicht auf Beckenbauers Aktivitäten als WM-Medienexperte aus. „Wenn er etwas in München im Studio macht, sollte das davon nicht betroffen sein“, sagte eine FIFA-Sprecherin. Beckenbauer arbeitet für den Pay-TV-Sender Sky.

Die Strafe war am Freitag auf Antrag von Chefermittler Michael Garcia wegen der mangelnden Kooperation des „Kaisers“ bei der Untersuchung der brisanten WM-Doppelvergabe an Russland 2018 und Katar 2022 ausgesprochen worden. Beckenbauer, der weltweit einen hervorragenden Ruf genießt, hatte einen Fragekatalog der Ethikkommission unbeantwortet gelassen. Korruptionsvorwürfe wies er energisch zurück.

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„Ich denke, der Franz hat das zu leicht genommen.“

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