WM-Rasen als Laufsteg
Edel-Kickstiefel sind grell und teuer

Was früher einfaches Arbeitsgerät war, ist heute ein Hightech-Produkt: Wenn die Profikicker mit Neon-Farben an den Füßen auffallen, mutiert der Rasen bei der WM zum Laufsteg. Neuester Schrei ist der Einschlupf als Socke.
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MünchenVon einheitlicher Schuhmode kann bei den WM-Stars in Brasilien keine Rede mehr sein. Wo die Kicker früher alle das gleiche Modell in schlichtem Schwarz und Weiß trugen, wird es heute kunterbunt - und hochtechnologisch: Carbon und Glasfaser sind die gängigsten Materialien. Leder? Fehlanzeige, zu schwer und in seinen Grenzen zu eng. Ein Hightech-Fußballschuh besteht mittlerweile zu über 70 Prozent aus Kunststoff, ist 200 Gramm leicht, reißfest, bruchsicher, wasserabweisend und trotzdem atmungsaktiv. Selbst die Stollen sind aus Spezialkunststoff. Eine spezielle Anordnung soll dem deutschen Nationalspieler Mario Götze & Co inzwischen gar eine 360-Grad-Drehung ermöglichen, so verspricht es der Hersteller.

„Fußballschuhe sind für mich in erster Linie Funktionsschuhe“, sagt Stephan Seidenschnur, Leiter der Deutschen Schuhfachschule in Pirmasens. Rein danach scheinen viele Profis aber nicht mehr zu gehen. Das Motto sei: Hauptsache auffallen. „Bei den Modellen bestechen natürlich die Signalfarben. Grell und auffallend. Die Schuhe fallen auch bei sehr großen Entfernungen ins Auge“, sagt Seidenschnur. „Auch die Netzstruktur und die Musterungen wirken futuristisch, ja fast avantgardistisch.“

Der deutsche Ersatztorwart Roman Weidenfeller trägt sogar zwei verschiedenfarbige Schuhe: Rechts pink, links türkis. Auch Deutschlandschreck Mario Balotelli hat Italien den wichtigen 2:1-Siegtreffer im Spitzenduell mit England in signalfarbenen Schuhen beschert. „Als ich sie zum ersten Mal sah, dachte ich, der Typ von dem Sportartikelhersteller sei verrückt geworden. Aber als ich merkte, dass er es ernst meint, war ich total begeistert“, sagte er.

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Der „Strickschuh“ ist „Teil des Körpers“

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