Steueraffäre
Hoeneß hofft auf „gutes Ende"

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat sein Schweigen beendet und erklärt, er glaube an einen versöhnlichen Ausgang seiner Steueraffäre. Ob er weiter Aufsichtsratschef bleibe, entscheide sich wohl in in Kürze.
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MünchenBayern Münchens Präsident Uli Hoeneß glaubt an einen für ihn versöhnlichen Ausgang seiner Steueraffäre. „Ich bin relativ zuversichtlich, dass es ein relativ gutes Ende nehmen wird", sagte der 61-Jährige vor dem Spiel um den „Uli-Hoeneß-Cup“ gegen den FC Barcelona im ZDF.

Ob er weiter Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender bleiben wird, werde sich „sicher in den nächsten zwei oder drei Monaten entscheiden", sagte Hoeneß, der zuletzt wochenlang geschwiegen hatte: „Ich werde in aller Ruhe abwarten, wie die Steuerangelegenheit zu Ende geht, dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Im Moment kann ich es noch nicht abschließend sagen." In den vergangenen Wochen habe er aber „unheimlich viel Zustimmung bekommen, vor allem von den Fans, aber auch vom Aufsichtsrat".

Hoeneß hatte Anfang dieses Jahres beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines nicht ordnungsgemäß deklarierten Kontos in der Schweiz erstattet. Der Spiegel hatte zuletzt berichtet, die Staatsanwaltschaft München II wolle zwei Jahre Haft auf Bewährung beantragen, zudem soll Hoeneß eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen zahlen. Das mögliche Urteil könne nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins deshalb so milde ausfallen, weil ein Großteil von Hoeneß' rund 3,2 Millionen Euro Steuerschulden angeblich bereits verjährt ist.

Hoeneß sprach sich im TV außerdem gegen zu viel Rotation bei Bayern München aus. Auf die Frage, ob er wie Sportvorstand Matthias Sammer davon ausgehe, dass es „keine Stammelf" mehr gebe, antwortete der Präsident im ZDF: „Das sehe ich nicht so. Eingespielt sein ist auch eine Macht. Ich bin der Meinung, dass sieben oder acht Spieler regelmäßig spielen werden. Wenn du jedes Mal fünf oder sechs Spieler austauschst, wird es sehr schwierig." Sammer hatte mit Blick auf den großen und prominent besetzten Kader im kicker erklärt: „Die Zeiten einer Stammelf sind vorbei. Unser Trainer wird es so handhaben, dass jeder auf genügend Einsätze kommt."

An einen Alleingang seiner Bayern glaubt Hoeneß derweil nicht. „Wir werden sicher eine sehr gute Mannschaft haben, aber das wird sicher eine spannende Saison", erklärte er und bezeichnete Borussia Dortmund „sicher wieder als Hauptkonkurrenten".

Lob hatte der von einer Steueraffäre belastete Hoeneß für den neuen Trainer Pep Guardiola. „Wir haben mit ihm den vielleicht weltbesten Trainer verpflichten können", erklärte der 61-Jährige: ¨Er bringt Schwung rein, er ist sehr akribisch, wie Jupp Heynckes es auch war. Er ist sehr offen, sehr neugierig, er wird vielleicht aus dem ein oder anderen Spieler noch mehr rauskitzeln, auch wenn das nach so einer Saison schwierig ist."

Bislang klappt das recht gut: Auch sein neuntes Vorbereitungsspiel unter Trainer Pep Guardiola gewann der FC Bayern. Im Spiel um den „Uli-Hoeneß-Cup“ besiegte der Triple-Gewinner den FC Barcelona mit 2:0 (1:0). Die Treffer für die überlegenen Münchner erzielten Philipp Lahm (14.) und Mario Mandzukic (87.). Guardiolas früherer Klub war allerdings mit Ausnahme von Weltfußballer Lionel Messi ohne seine großen Stars angetreten. Zur zweiten Halbzeit tauschte Assistenztrainer Jordi Roura außerdem die komplette Mannschaft aus.

Agentur
sid 
SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur
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