Flugzeug-Fans in Hamburg Planespotter im G20-Fieber

Planespotter reisen rund um den Globus, um besondere Flugzeuge zu fotografieren - etwa die Air Force One, die Dienstmaschine des US-Präsidenten. Zum G20-Gipfel dürften Tausende Flugzeug-Fans nach Hamburg strömen.
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Der Airbus A340 Theodor Heuss der Flugbereitschaft der Bundeswehr bei der Landung auf dem Flughafen Hamburg, aufmerksam beobachtet von Planespottern. Zum G20-Gipfel in Hamburg werden zahlreiche Flugzeug-Fans aus ganz Europa in der Hansestadt erwartet. Quelle: dpa
Planespotting am Flughafen Hamburg

Der Airbus A340 Theodor Heuss der Flugbereitschaft der Bundeswehr bei der Landung auf dem Flughafen Hamburg, aufmerksam beobachtet von Planespottern. Zum G20-Gipfel in Hamburg werden zahlreiche Flugzeug-Fans aus ganz Europa in der Hansestadt erwartet.

(Foto: dpa)

HamburgKai Block hat sie schon einmal fotografiert: Die Air Force One, die Dienstmaschine des US-Präsidenten. „Das war 2004 in Las Vegas“, erinnert er sich an einen der Höhepunkte in seinem Planespotter-Leben.

Block reist in seinen Urlauben dorthin, wo es seltene Flugzeugtypen oder ungewöhnlich lackierte Modelle zu sehen gibt. In die USA, nach Mittel- und Südamerika, nach Nahost und Asien, in bekannte und weniger bekannte Städte. Hauptsache, sie haben einen Flughafen.

Der G20-Gipfel in Hamburg ist für die Planespotter so etwas wie Ostern und Weihnachten am gleichen Tag. „Die Amerikaner kommen wohl mit beiden Präsidenten-Maschinen“, schwärmt Reiner Geerdts, einer der aktivsten Hamburger Planespotter. „Insgesamt fliegt die US-Delegation mit fünf bis sieben großen Boeings.“

Wo Manager in die Luft gehen
Die beliebtesten Airports für Geschäftsflieger
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Manager fliegen gerne in Ruhe und in gediegener Atmosphäre. Welche Airports Businessjets in Europa am häufigsten ansteuern, hat das Marktforschungsunternehmen Wingx Advance herausgefunden. Darunter sind auch zwei deutsche. Die bekannten Verkehrsflughäfen der europäischen Hauptstädte dagegen meiden zahlungskräftige Passagiere eher. Berücksichtigt haben die Marktforscher den Zeitraum von Januar 2015 bis Mai 2017. Von welchen zehn Airports in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres die meisten Jets gestartet sind, zeigt diese Bildergalerie.

Quelle: WingX Advance

Platz 10: Internationaler Flughafen München
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Am zweitgrößten Verkehrsflughafen in Deutschland heben auch viele Geschäftsflieger ab. 2.556 Starts waren es in den ersten fünf Monaten 2017.

Platz 9: Internationaler Flughafen Wien
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Von Schwechat geht es die Donau entlang in Richtung Innenstadt. 2.754 Mal flogen Businessjets von hier aus los. Während München seit Jahresbeginn deutlich um knapp 5,5 Prozent zulegen konnte, weist Wien nur geringfügig mehr Abflüge auf, plus 2,4 Prozent.

Platz 8: Linate Airport
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Der Mailänder Flughafen im Osten der Stadt entließ von Januar bis Mai 3.379 Businessjets in die Lüfte. Schon 2013 lag er auf dem achten Rang, aber spätestens seit 2015, das geht aus den Wingx-Advance.Daten hervor, sinken die Abflugzahlen.

Platz 7: Wnukovo International Airport
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Es ist der drittgrößte Flughafen im Moskauer Großraum: 3.555 Starts gab es am Wnukovo International Airport. Im Gegensatz zu einem starken Rückgang zwischen 2015 und 2016 gingen die Zahlen 2017 wieder in die Höhe.

Platz 6: Internationaler Flughafen Zürich
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Teilnehmer des World Economic Forum kommen am Züricher Flughafen in den Genuss eines Airshuttle. Der Gipfel fand Anfang 2017 statt. Wie viele der 4.106 Abflüge von Business-Flugzeugen darauf zurückgehen, ist nicht bekannt.

Platz 5: Farnborough Airport
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Bekannt für eine große Luftfahrtausstellung gehört Farnborough zu den Top fünf der Business-Flughäfen. 4.170 Jets gaben in den ersten fünf Monaten 2017 auf der Startbahn Schub.

Nach den Informationen der Planespotter kommen die Saudis mit zehn Großflugzeugen. Eine seltene Attraktion auf deutschen Flughäfen sind auch die Regierungsmaschinen aus Korea und Japan. Offiziell bestätigt ist das alles nicht, sondern es handelt sich um Gerüchte in dieser besonderen Insider-Szene.

Gute Foto-Plätze sind rar

Insgesamt dürften mehr als 100 besondere Flugzeuge zum Gipfel am 7. und 8. Juli auf dem relativ kleinen Hamburger Flughafen starten und landen. Die Air Force One von US-Präsident Donald Trump bleibt angeblich startbereit in Fuhlsbüttel stehen. Sicher und auch offiziell bestätigt ist: Andere Maschinen werden auf Flughäfen in der Umgebung geparkt.

Für die Planespotter beginnt in diesen Tagen die heiße Phase, wenn Transportmaschinen vorab das Equipment der Delegationen heranschaffen, zum Beispiel die US-Präsidentenlimousine und Militärhubschrauber.

Aus ganz Europa werden Planespotter nach Hamburg anreisen. „Das werden mindestens 1000“, schätzt Block. „Vielleicht auch 3000.“ Ob sie alle gute Foto-Positionen finden können, ist noch offen, denn auch rund um den Flughafen sind zum G20-Treffen weiträumige Absperrungen geplant.

Großereignisse wie der Gipfel ziehen Planespotter magisch an. Erst kürzlich, so erzählt es Geerdts, sei er gemeinsam mit seinem ebenfalls vom Planespotter-Virus infizierten Sohn zum Finale der Europa League nach Stockholm geflogen. „Für 39 Euro, da musste ich einfach fliegen.“

Es spielte Ajax Amsterdam gegen Manchester United, doch das war nicht die Hauptsache. Vater und Sohn haben das Match nicht gesehen, aber die Flugzeuge auf dem Rollfeld des Flughafens Arlanda, die zum Finale angereist waren. „Wenn Engländer mitspielen, sind meistens auch ein paar interessante Privatmaschinen dabei.“

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