Flugzeugbauer: Boeing sieht wenig Zukunft für Riesenjets

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Boeing sieht wenig Zukunft für Riesenjets

US-Flugzeugbauer Boeing sagt eine düstere Zukunft für Riesenjets voraus – und revidiert damit seine Prognosen aus dem vergangenen Jahr. Die weltweite Nachfrage an Verkehrsflugzeugen soll hingegen stark weiterwachsen.
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Le Bourget Der US-Flugzeugbauer Boeing erwartet in den nächsten 20 Jahren eine weiter wachsende Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen - aber nicht nach den ganz großen Fliegern. In der Zeit bis 2036 würden weltweit voraussichtlich gut 41 000 Passagier- und Frachtjets benötigt, sagte Boeings Marketingmanager Randy Tinseth am Dienstag auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Das sind 3,6 Prozent mehr, als Boeing vor einem Jahr für die zwei Jahrzehnte bis 2035 vorhergesagt hatte. Im Gegensatz zum Rivalen Airbus berücksichtigen die Amerikaner dabei auch Regionaljets mit weniger als 100 Sitzen.

Eine düstere Zukunft zeichnet Boeing für ganz große Flugzeuge wie den weltgrößten Passagierjet Airbus A380. Seine Rubrik für Jets mit mehr als 400 Sitzplätzen hat der Hersteller mit der ab 300 Sitzen zusammengelegt - und die Aussichten eingedampft. Vor 20 Jahren habe auch Boeing gedacht, dass mehr sehr große Jets gebraucht würden, sagte Tinseth. Aber auch das größte Modell der Amerikaner, der Jumbo-Jet 747-8, sei nur noch als Frachter gefragt. Die größte Nachfrage entfalle bis 2036 mit voraussichtlich 72 Prozent auf Mittelstreckenjets mit einem Gang zwischen den Sitzen, gefolgt von kleineren und mittelgroßen Langstreckenjets.

Dass Airbus sein Flaggschiff jetzt mit riesigen abgeknickten Flügelenden („Winglets“) und 80 zusätzlichen Sitzplätzen für die Airlines wirtschaftlicher machen will, hält Tinseth für Augenwischerei. „Neue Winglets an ein Flugzeug zu montieren, das einfach zu groß ist, macht dieses Flugzeug kein bisschen kleiner“, sagte er.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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