Luftfahrt
Angriff auf das Duopol

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Boeing plant eine neue Maschine

Eine weitaus wichtigere Antwort auf die neue Konkurrenz als Klagen sind für Muilenberg allerdings Investitionen in die Zukunft. Der Boeing-CEO bestätigte am Montag, an einem völlig neuen Flugzeug zu arbeiten. Es geht um eine Maschine, die zwischen dem Mittelstreckenjet 737 und dem Großraumflugzeug Dreamliner (787) angesiedelt ist.

Junge Airlines wie Norwegian suchen schnell zu füllende Flugzeuge für Langstrecken-Billigflüge zu dezentraleren Flughäfen und touristischen Zielen. Airbus versucht diesen Markt, „Middle of the market“ (MOM) genannt, mit einer mit zusätzlichen Tanks versehenen A321 neo zu adressieren. Boeing hat hier bislang nichts vorzuweisen und will das ändern. „Wir haben mit vielen Airlines über ein solches Flugzeug gesprochen und sind derzeit dabei, die genauen Bedürfnisse zu eruieren “, sagte Muilenberg.

Muilenberg nannte erste Details eines möglichen neuen Modells, in Branchenkreisen 797 genannt: eine Reichweite von 5000 nautischen Meilen und eine Kapazität von 220 bis 280 Sitzen. Dazu, so machte der Boeing-Chef deutlich, reiche es nicht, ein bestehendes Flugzeug mit einem Gang wie etwa die 737 weiter zu stretchen.

„Es muss ein Flugzeug mit dem Komfort eines Großraumjets aber der Produktivität eines Mittelstrecken-Jets sein. Wir suchen den richtigen Kompromiss“, so Muilenberg. Boeing sehe ein großes Interesse an einem solchen Flugzug, habe aber keine Eile. 2024/2025 könne der neue Jet marktreif sein.

Bei Airbus bleibt man ungeachtet dieser Ankündigung betont gelassen. „Wir haben mit der A321 rund 80 Prozent Marktanteil, die hat bis 240 Sitze, von oben kommt die A330 neo mit 257 Sitzen – da haben wir überhaupt keinen Handlungsdruck und sehen uns ganz ruhig an, womit Boeing eventuell kommt“, sagte ein Sprecher von Airbus.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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