Luftfahrt
Angriff auf das Duopol

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Boeing sieht in Bombardier schon jetzt eine ernsthafte Gefahr

Tatsächlich rüsten die neuen Rivalen kontinuierlich weiter auf. Bombardier etwa hat festgestellt, dass die C-Serie im regelmäßigen Einsatz bei den ersten Kunden noch effizienter ist als gedacht und versprochen. Nun lässt Fred Cromer, der Sparten-Chef für kommerzielle Flugzeuge, prüfen, wie nachhaltig diese Erfahrungen sind und ob man sie aktiv für eine noch aggressivere Vermarktung verwenden kann.

Bombardier ist zu einem Erfolg des Flugzeugs verdammt. Die Kanadier haben sich mit der Entwicklung der C-Series verhoben. Das Unternehmen, das auch Züge herstellt, geriet auch wegen ausufernder Entwicklungskosten in finanzielle Schwierigkeiten. Mittlerweile ist die C-Serie in ein eigenes Unternehmen ausgelagert, an dem neben Bombardier auch die Provinz Quebec beteiligt ist.

Die Experten von Alix Partners sehen deshalb noch einige Hürden für einen Durchbruch der Kanadier. „Dafür ist es notwendig, das Bombardier seine derzeitigen Finanzprobleme überwinden und seine Auftragsbücher langfristig füllen kann.“

Spannend ist zudem, ob sich die kürzlich aufgetauchten Spekulationen bewahrheiten werden, die chinesische Comac verhandele über einen Einstieg bei Bombardier. Branchenkenner finden jedenfalls Gefallen an einem solchen Szenario. „Ein gemeinsames Auftreten von Bombardier mit einem chinesischenWettbewerber könnte eine ernsthafte Herausforderung für das derzeitige Airbus-Boeing-Duopol im Markt für Narrow-Body-Flugzeuge sein“, heißt es in der Studie von Alix Partners.

Die Boeing-Manager scheinen in Bombardier schon heute eine ernsthafte Gefahr zu sehen. Der US-Gigant zerrte den kanadischen Rivalen jüngst wegen angeblichen Preisdumpings vor Gericht. Die US-Behörde ITC hat vor wenigen Tagen weitergehend Untersuchungen des Vorwurfs angeordnet.

Im Mittelpunkt des juristischen Streits steht ein Auftrag der US-Airline Delta über 75 CS100 und die Option auf 50 weitere Maschinen diesen Typs. Boeing behauptet, dass Bombardier die CS100 zu einem Stückpreis von 19,6 Millionen US-Dollar verkauft, bei einem Listenpreis von 76,5 Millionen US-Dollar. Bei diesem Preis könnten die Kanadier noch nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Bombardier weist diese Vorwürfe zurück.

Die Tatsache, dass die CS100 mit ihrer geringen Größe gar nicht mit Flugzeugmodellen von Boeing konkurriert und deshalb Delta eine Lieferung durch Boeing auch gar nicht erwogen hat, zeigt, wie blank die Nerven bei den Herausgeforderten liegen. Für Muilenberg geht es aber um das Prinzip. „Wir sind für Wettbewerb, wenn er fair ist. Bei Bombardier haben wir klare Zeichen von Dumping festgestellt“, verteidigte der Boing-Chef das Vorgehen.

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