Luftfahrt Angriff auf das Duopol

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Boeing sieht in Bombardier schon jetzt eine ernsthafte Gefahr

Tatsächlich rüsten die neuen Rivalen kontinuierlich weiter auf. Bombardier etwa hat festgestellt, dass die C-Serie im regelmäßigen Einsatz bei den ersten Kunden noch effizienter ist als gedacht und versprochen. Nun lässt Fred Cromer, der Sparten-Chef für kommerzielle Flugzeuge, prüfen, wie nachhaltig diese Erfahrungen sind und ob man sie aktiv für eine noch aggressivere Vermarktung verwenden kann.

Bombardier ist zu einem Erfolg des Flugzeugs verdammt. Die Kanadier haben sich mit der Entwicklung der C-Series verhoben. Das Unternehmen, das auch Züge herstellt, geriet auch wegen ausufernder Entwicklungskosten in finanzielle Schwierigkeiten. Mittlerweile ist die C-Serie in ein eigenes Unternehmen ausgelagert, an dem neben Bombardier auch die Provinz Quebec beteiligt ist.

Die Experten von Alix Partners sehen deshalb noch einige Hürden für einen Durchbruch der Kanadier. „Dafür ist es notwendig, das Bombardier seine derzeitigen Finanzprobleme überwinden und seine Auftragsbücher langfristig füllen kann.“

Diese Billigflieger erobern Europa
Platz 15: Volotea
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Der Markt für Billigflieger wächst – in Deutschland wie auch in Europa. Zudem sind die Airlines auf Konsolidierungskurs, kleine Linien verschwinden zunehmend, die Branchengrößen wachsen teils deutlich.. Auf Platz 15 der größten Low-Cost-Fluggesellschaften liegt Volotea. Im Januar 2017 verzeichneten die Spanier 228 Starts, auf 82 Strecken verfügten sie über 28.474 Sitze.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Januar 2017

Platz 14: Jet2.com
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Eine Billig-Fluggesellschaft mit Tradition: Die Briten mit Sitz in Leeds gingen 2002 aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor. 2014 wurde das Portfolio um Langstreckenflüge nach Nordamerika erweitert. Im Januar flog Jet2.com 142 Strecken an, bei 57.198 Sitzen und 330 Starts.

Platz 13: Pobeda
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Der Billigflieger, eine hundertprozentige Tochter der größten russischen Airline Aeroflot, nahm erst im Dezember 2014 seinen Dienst auf. Seit 2016 werden in Deutschland Köln/Bonn und Memmingen angeflogen. Pobeda bedeutet auf Deutsch schlicht „Sieg“ – von diesem ist die Airline im Ranking aber ein gutes Stück entfernt. Im Januar 2017 startete Pobeda 370 Mal, auf 61 geflogenen Strecken boten die Russen 69.930 Plätze an.

Platz 12: Blue Air
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542 Starts, 86.995 Plätze, 131 Strecken: Das sind die Daten des rumänischen Billig- und Charterfliegers Blue Air mit Sitz in Bukarest. Die 2004 gegründete Airline legt besonders großen Stellenwert auf die Inlandsverbindungen, bei ihrer Gründung wurde sie bewusst als Alternative zu den schlechten Straßen- und Eisenbahnverbindungen Rumäniens konzipiert.

Platz 11: Air Baltic
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Air Baltic hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich – bei ihrem Start 1995 verfügte die Billigfluggesellschaft über genau eine einzige Maschine, eine Saab 340. Nach einem aufsehenerregenden Kleinkrieg mit der Regierung musste die Airline 2011 schließlich Insolvenz anmelden und wurde verstaatlicht. Im Januar 2017 starteten Air-Baltic-Maschinen 737 Mal, flogen 85 Strecken und boten 67.766 Sitze an.

Platz 10: Transavia
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Als Transavia Limburg, später Transavia Holland 1965 gegründet, sind die Niederländer mit Sitz in Haarlemmermeer heute eine Tochter von Air France. Die Billig-Airline unterhält noch bis Oktober einen Stützpunkt auf dem Flughafen München. Im Januar wurden von Transavia bei 897 Starts mit 161.373 Sitzen insgesamt 211 Strecken geflogen.

Platz 9: Aer Lingus
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Die nationale Fluggesellschaft Irlands wurde 1936 noch als Aer Lingus Teoranta gegründet, seit September 2015 ist sie eine Tochter der International Airlines Group (IAG), eine Holding mit Sitz in Madrid. Im Januar starteten die Iren 1412 Mal, bedienten 138 Strecken und verfügten über 179.881 Sitze.

Spannend ist zudem, ob sich die kürzlich aufgetauchten Spekulationen bewahrheiten werden, die chinesische Comac verhandele über einen Einstieg bei Bombardier. Branchenkenner finden jedenfalls Gefallen an einem solchen Szenario. „Ein gemeinsames Auftreten von Bombardier mit einem chinesischenWettbewerber könnte eine ernsthafte Herausforderung für das derzeitige Airbus-Boeing-Duopol im Markt für Narrow-Body-Flugzeuge sein“, heißt es in der Studie von Alix Partners.

Die Boeing-Manager scheinen in Bombardier schon heute eine ernsthafte Gefahr zu sehen. Der US-Gigant zerrte den kanadischen Rivalen jüngst wegen angeblichen Preisdumpings vor Gericht. Die US-Behörde ITC hat vor wenigen Tagen weitergehend Untersuchungen des Vorwurfs angeordnet.

Im Mittelpunkt des juristischen Streits steht ein Auftrag der US-Airline Delta über 75 CS100 und die Option auf 50 weitere Maschinen diesen Typs. Boeing behauptet, dass Bombardier die CS100 zu einem Stückpreis von 19,6 Millionen US-Dollar verkauft, bei einem Listenpreis von 76,5 Millionen US-Dollar. Bei diesem Preis könnten die Kanadier noch nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Bombardier weist diese Vorwürfe zurück.

Die Tatsache, dass die CS100 mit ihrer geringen Größe gar nicht mit Flugzeugmodellen von Boeing konkurriert und deshalb Delta eine Lieferung durch Boeing auch gar nicht erwogen hat, zeigt, wie blank die Nerven bei den Herausgeforderten liegen. Für Muilenberg geht es aber um das Prinzip. „Wir sind für Wettbewerb, wenn er fair ist. Bei Bombardier haben wir klare Zeichen von Dumping festgestellt“, verteidigte der Boing-Chef das Vorgehen.

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