Alternative Energien Windräder werden immer größer

Windenergie in Deutschland steuert auf ein neues Hoch zu. Gerade die Investitionen in besonders leistungsfähige Anlagen boomen. Die Verunsicherung über die Zukunft des Sektors nährt derzeit den Boom beim Ausbau.
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Ein Konvoi von Transportern mit Windradflügeln: Die Investitionen in die leistungsstarken Anlagen boomen. Quelle: dpa

Ein Konvoi von Transportern mit Windradflügeln: Die Investitionen in die leistungsstarken Anlagen boomen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie deutschen Windstromerzeuger haben im ersten Halbjahr einen Aufschwung erlebt. An Land wurden Windräder mit einer Leistung von zusammen 1.723 Megawatt installiert. Das waren 66 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA Power Systems und der Bundesverband Windenergie (BWE) am Dienstag mitteilten. Windräder mit einer Leistung von 3.300 bis 3.700 Megawatt könnten dieses Jahr installiert werden. Das schätzen der Bundesverband Windenergie und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA. Hoffnungen macht der Boom im ersten Halbjahr. Die Leistung der neu installierten Windkraftanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent auf 1.723 Megawatt. Das ergeben die Zahlen, die beide Verbände von der Deutschen Windguard errechnen ließen.

Treiber für den Boom ist die Diskussion über die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). „Da die Investoren unsicher waren, was das EEG 2014 bringen würde, haben sie Windenergieprojekte an Land mit Hochdruck realisiert“, sagte Lars Bondo Krogsgaard, Mitglied des Vorstands von VDMA Power Systems. Lange war umstritten, wie das EEG ausfallen würde. Insbesondere gab es Diskussionen, welchen Mindestabstand ein Windrad zur Wohnbebauung einhalten muss. Außerdem war offen, ob der von der Politik geplante Ausbaukorridor auch den Austausch alter gegen neue Anlagen (Repowering) einbezieht.

Viele Investoren rechneten mit einer Verschlechterung der Bedingungen und zogen ihre geplanten Investitionen vor. Solche Vorzieheffekte gab es schon in den Vorjahren. Aber in den ersten sechs Monaten haben sich die Effekte verstärkt, auch weil in den Bundesländern viele neue Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen wurden.

Wie das Windrad rentabel bleibt
Windrad neben Hochspannungsleitungen
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Wegen der Energiewende werden erneuerbare Ressourcen immer wichtiger. Inzwischen machen sie knapp ein Viertel der Stromversorgung aus. Der wichtigste Energieträger der Erneuerbaren: die Windkraft. Rund 50 Milliarden Kilowattstunden Strom kamen 2013 aus Windrädern und Windparks. Doch das Wachstum verlangsamt sich.

Windräder im Morgennnebel
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Weil die Förderungen und Subventionen zurückgehen, gibt es auch weniger Investoren in Windparks. Stattdessen müssen die Betreiber versuchen, vorhandene Standorte besser zu nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es unterschiedliche Wege.

Windkraftanlage wird gewartet
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Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wartung der Windparks. Damit die Anlagen bei Wind möglichst hohe Erträge liefern, müssen sie immer auf dem neusten Stand sein: Die verschiedenen Teile der Windräder, etwa die Rotorblätter, müssen regelmäßig inspiziert und kontrolliert werden. Sollten dabei verschlissene Teile auffallen, müssen diese umgehend ersetzt werden.

Windräder im Wald
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Zudem müssen Anlagenbetreiber darauf achten, dass ihre Windräder immer reibungslos laufen. Schließlich können sie nur dann auch gewinnbringend sein. Um mögliche Ausfälle so schnell wie möglich beheben zu können, ist deshalb auch eine ständige Überwachung ratsam.

Wackelmarkt Windenergie
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Bestehende Windanlagen haben allerdings den Nachteil, dass sie oftmals nicht so innovativ und effektiv sind wie neue Produkte. Einige Unternehmen bieten deshalb eine Weiterentwicklung der Windräder an. Mit Upgrades bleiben die Anlagen modern und können ihre Energieausbeute im besten Fall sogar steigern.

huGO-BildID: 7321985 A Chinese man walks past of lit sign showing the General Electric logo, displayed at a booth in an expo held in Qingdao, China's
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Mit diversen Servicesystemen lassen sich diese Schritte erfüllen. Unternehmen wie GE bieten bereits entsprechende Dienstleistungen an. Bei der Firma finden sich im Bereich Wind Services unterschiedliche Angebote für Betreiber von Onshore-Anlagen. Beispielsweise werden die Windparks der Kunden rund um die Uhr per Fernüberwachung beobachtet. Auch Routinewartung gehört zum Programm. Ebenfalls Teil des Portfolios ist die vorbeugende Instandhaltung.

Neue Windkraftanlage
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Mit verschiedenen Upgrades lassen sich die Maschinen weiter optimieren. Zu den Beispielen für solche Innovationen zählt etwa das Angebot „WindWhisper“, das den Energieertrag bei gleicher Lärmemission um bis zu 7 Prozent erhöht. Mit dem Upgrade „WindBoost“ können Betreiber die Effizienz ihrer Anlagen steigern. Bei einer 2.5-Megawatt-Anlage lässt sich die Nennleistung des Systems um 220 Kilowatt erhöhen. Eines der neuesten GE-Produkte, „PowerUp“, kann den Energieertrag der Anlagen um bis zu 4 Prozent erhöhen.

Im Norden stehen zwar schon die meisten Windmühlen Deutschlands. Dennoch führt Schleswig-Holstein auch im ersten Halbjahr mit 443 Megawatt die Liste der Neuinstallationen an. Doch Bayern holt auf und landet mit 141 Megawatt auf Platz sechs. Überhaupt ist der Anteil der südlichen Bundesländer an der im Land installierten Windenergieleistung leicht auf rund 13 Prozent gestiegen.

Das Repowering wird immer wichtiger. So wurden im ersten Halbjahr Windräder mit einer Leistung von 267 MW aufgebaut. Sie ersetzen Anlagen, die bislang 64 MW leisteten. Die neuen Anlagen sind wesentlich leistungsfähiger als die alten. Heute schaffen sie durchschnittlich 2,6 MW. Vor zehn Jahren waren es erst gut 1,5 MW. Die Rotoren sind deutlich länger und drehen sich auf immer höheren Türmen. Zum Jahresende werden voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von mindestens 37.000 Megawatt ins deutsche Stromnetz eingespeist werden können.

Diese Windräder haben es in sich

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