Batteriespeicher
Gemeinsam ins Netz

Eigene Stromspeicher im Haus lagern überschüssige Sonnenenergie tagsüber in Batteriezellen ein. Ein Allgäuer Unternehmen will die Hausspeicher zu einem virtuellen Kraftwerk koppeln.
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Sie tragen Namen wie „Sonnenbatterie“, „Hauskraftwerk“ oder „Homepower Storage“: Speichersysteme für Photovoltaikanlagen helfen Hausbesitzern, sich vom Stromnetz abzukoppeln – und steigenden Strompreisen aus dem Weg zu gehen. Die Idee: Überschüssige Sonnenenergie wird tagsüber in Batteriezellen eingelagert und steht dann später zur Verfügung.

Laut Bundesverband Solarwirtschaft gibt es etwa 10.000 solcher Hausspeicher in Deutschland – mehr als doppelt so viele wie 2013. Der Bedarf wächst: Die Denkfabrik Agora Energiewende erwartet, dass bis 2030 etwa 700.000 Batteriespeicher mit neuen Photovoltaikanlagen in Betrieb gehen. Zudem würden bestehende Anlagen nachgerüstet. Das wird attraktiv, weil die Vergütungen für die Einspeisung von Solarstrom ins Netz sinken.

Infografik Wie Energie sich speichern lässt



Auch der Staat bringt Schwung: Seit Mai 2013 vergibt die Förderbank KfW zinsgünstige Kredite und trägt über einen Tilgungszuschuss bis zu 30 Prozent der Kosten des Speichersystems. „Die KfW-Förderprogramme für Stromspeicher und deren Bedingungen sind grundsätzlich gut und richtig“, sagt Andreas Piepenbrink, Chef des Osnabrücker Speicheranbieters E3/DC. Dennoch verzichte mehr als jeder zweite Kunde darauf. Einen Grund für die Zurückhaltung sieht er darin, dass Anträge bei lokalen Banken gestellt werden müssen. „Diese scheuen nach unserer Erfahrung den erheblichen Aufwand der Anlagenanmeldung und Kostenabrechnung.“

Amortisierung erst nach etwa 20 Jahren

Kunden jedoch hilft die Förderung, denn die Kombination von Photovoltaikanlage und Speicher ist trotz stark gesunkener Modulpreise kein Schnäppchen. E3/DC gibt an, eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden müsse mit Investitionen von 18.500 Euro für ein passendes Gesamtsystem aus Photovoltaik und Stromspeicher kalkulieren. Berechnungen für Vier-Personen-Haushalte zeigen, dass sich die Investition auch mit Förderung erst nach etwa 20 Jahren amortisiert – abhängig von der Strompreisentwicklung. Um neue Einnahmequellen zu erschließen, machen sich die Anbieter zunutze, dass die Systeme schon zu Fernwartungszwecken an das Internet angebunden sind.

Das Allgäuer Unternehmen Sonnenbatterie will Hausspeicher zusammen mit dem Versorger Lichtblick zu einem virtuellen Kraftwerk koppeln. Kunden bekommen jährlich 100 Euro, wenn sie mitmachen. Dafür müssen sie zustimmen, dass Lichtblick ihre Batterie in einem gewissen Rahmen aus der Ferne be- und entladen darf. Ein ähnliches System hat E3/DC angekündigt. In beiden Fällen sollen die gebündelten Kapazitäten am sogenannten Regelenergiemarkt angeboten werden. Die Netzbetreiber zahlen Geld für flexible Kapazitäten, die Spannungsschwankungen im Stromnetz ausgleichen können.

Sicherheit soll bald zertifiziert werden

Parallel rücken Sicherheitsfragen in den Vordergrund. Nachdem Feuerwehren mehrfach defekte Hausbatterien als Brandursache ausgemacht hatten, warnte das Karlsruher Institut für Technologie: Nicht jeder Hersteller kümmere sich ausreichend um die Betriebssicherheit. Eine Checkliste des Instituts soll bei der Auswahl helfen.

Auch Prüfgesellschaften wie der Tüv Süd bieten entsprechende Sicherheitszertifikate für Lithium-Ionen-Batterien. „Wir testen zum Beispiel, ob auf Zellebene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden sind, um Kurzschlüsse zu verhindern“, sagt Johannes Brey, Geschäftsführer bei Tüv Süd Battery Testing. Das Interesse der Hersteller sei groß – erste Zertifizierungen sollen in den kommenden Monaten starten.

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