Belastung für Verbraucher
Stockender Netzausbau kann teuer werden

Dank der Widerstände hat es der Netzausbau zu einem der meistdiskutierten Themen der Energiewende geschafft. Doch wenn bereits eingeplante Leitungen fehlen, trifft das letztlich wieder den Verbraucher.
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FrankfurtDie Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze könnte Verbraucher teuer zustehen kommen. Wenn eingeplante Leitungen fehlten, seien aufwendige "Kompensationsmaßnahmen" nötig, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch. Dies werde die Netzentgelte in die Höhe treiben, die rund 20 Prozent des Strompreises für Haushalte ausmachen. Bedenken der bayerischen Landesregierung gegen die Ausbaupläne wies Homann zurück.

Im Zusammenhang mit der Energiewende muss das Stromnetz in Deutschland um- und ausgebaut werden. Unter anderem werden neue Hochspannungsleitungen gebraucht, um Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu bringen.

Eine Übersicht der Bundesnetzagentur zeigt aber, dass es deutlich langsamer vorangeht als geplant. Von 1876 Kilometern Höchstspannungsleitungen, die neu- oder ausgebaut werden sollen, waren demnach zum Jahreswechsel 322 fertig, also gut 15 Prozent. Der Großteil der Vorhaben sollte demnach schon 2015 umgesetzt sein. Inzwischen rechnen die Netzbetreiber laut Behörde aber damit, dass erst 2016 etwa die Hälfte der Leitungskilometer fertig sind.

Fehlten geplante Leitungen im Stromnetz, müsse improvisiert werden, um die Netze stabil zu halten und den Strom ans Ziel zu bringen, sagte Behördenpräsident Homann jetzt der "FAZ". Das werde "richtig teuer".

Homann beklagte "viele Missverständnisse und Widerstände" gegen den Netzausbau, "sowohl in der Politik wie auch in der Bevölkerung". Ob es wirklich gelinge, die Planungsverfahren binnen fünf oder sechs Jahren abzuschließen, wie anfangs erhofft, müsse sich zeigen.

Der Netzausbau gehört zu den in jüngster Zeit am meisten diskutierten Folgen der Energiewende. In vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Trassen. Auch die bayerische Landesregierung ging auf Distanz zu den Planungen und erklärte, eine bereits beschlossene neue Stromtrasse von Sachsen-Anhalt in ihr Bundesland solle noch einmal geprüft werden.

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Homann wies dies zurück. Die Leitung stehe im Gesetz. Sie sei zudem "energiewirtschaftlich gut begründet" und von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung beschlossen worden, sagte er. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hatte jüngst die bayerischen Einwände zurückgewiesen.tschlands zu bringen. In vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Trassen. Auch die bayerische Landesregierung ging auf Distanz zu den Planungen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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