Branche unter Druck
Jobschwund bei den Erneuerbaren Energien

Die Solarindustrie und die Offshore-Windkraftbranche geraten unter Druck. Tausende Arbeitsplätze sind bereits weggefallen, und der Stellenabbau geht weiter.
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In der Branche der erneuerbaren Energien sind im vergangenen Jahr zahlreiche Arbeitsplätze weggefallen. In der Solarindustrie verschwanden laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW) vom Dienstag tausende Jobs. Auch in der Offshore-Windindustrie wurden nach jüngsten Gewerkschaftsangaben viele Stellen gestrichen.

Das Statistische Bundesamt bestätigte am Dienstag Zahlen, über die zunächst die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtet hatte. Demnach waren vorläufigen Angaben zufolge im November 2013 gut 4800 Menschen in der Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen beschäftigt – etwa 2700 oder ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor. Anfang 2012 hatten noch mehr als 10.000 Menschen in der Branche gearbeitet.

Der BSW bestätigte die Abwärts-Entwicklung auf AFP-Anfrage, nannte jedoch andere Zahlen. Im Jahr 2011 habe es nach einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos umgerechnet 22.000 Vollzeitstellen in der Produktion von Solarstromanlagen gegeben, erklärte eine Sprecherin. Nach Erkenntnissen des BSW habe sich diese Zahl in den vergangenen zwei Jahren halbiert. Dabei seien allein 2012 etwa 25 bis 30 Prozent der Stellen verloren gegangen. Insgesamt gab es 2013 in der Anlagenproduktion und damit zusammenhängenden Branchen noch etwa 60.000 Arbeitsplätze, wie die Sprecherin erklärte.

Nach Angaben der IG Metall gingen auch in der Offshore-Windindustrie Jobs verloren. Im vergangenen Jahr seien mehr als 2000 Arbeitsplätze gestrichen worden, teilte die IG Metall des Bezirks Küste bereits am Montag mit. Weitere Entlassungen seien für das laufende Jahr angekündigt.

Betriebsräte in Unternehmen, die Windkraftanlagen für den Einsatz im Meer bauen, hätten von einer Auslastung der Firmen nur noch bis Mitte des Jahres berichtet. Teilweise reichten die Aufträge sogar nur bis April. Besser sei die Lage in der Onshore-Windindustrie - also bei Anlagen an Land. Dort seien keine Entlassungen geplant.

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