Bundesnetzagentur
Stromversorgung ist auch im Winter gesichert

Die dunkle Jahreszeit beschert Stromnetzen sowie Energieerzeugern Spitzenauslastungen. Einen Stromausfall müssen Verbraucher aber nicht fürchten. Erst im nächsten Winter könnte das Netz seine Kapazitätsgrenzen erreichen.
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MünchenDeutschland muss der Bundesnetzagentur zufolge im kommenden Winter nicht wegen Stromausfällen im Dunkeln frieren. „Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar“, sagte Agenturchef Jochen Homann am Dienstag auf dem Deutschen Energiekongress in München. „Der Blackout steht nicht vor der Tür.“ Die sogenannte Winterreserve liege etwa wie im Vorjahr bei 2500 Megawatt. „Ein Teil ist abgedeckt durch bestehende Verträge der Netzbetreiber, das sind circa 2000 Megawatt. Es bleiben noch etwa 500 Megawatt, die noch besorgt werden müssen. Das ist ein Thema für die nächsten Wochen.“

Die geplanten Abschaltungen von Kraftwerken fielen bislang noch nicht ins Gewicht. Bisher sei nur die Stilllegung von 19 Kraftwerksblöcken bei seiner Behörde beantragt worden. „Neun davon haben keine Systemrelevanz. Zehn sind noch in der Prüfung und deren Systemrelevanz noch offen“, sagte Homann. Gründe für die Abschaltung seien die geringen Strompreise an der Börse sowie die Weltmarktpreise für Gas.

Er warnte allerdings davor, dass die Versorgungssicherheit in den nächsten Jahren in Gefahr geraten könnte. „Was passiert im Winter 2015/16, wenn das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht und die Strombrücke durch Thüringen nicht fertig wird?“ Derzeit sehe es so aus, dass die wichtige Nord-Süd-Verbindung dann stehe, um Strom aus den Windparks an der Küste in die Industriezentren im Süden zu leiten. Allerdings müssten sich seine Behörde und die Energiebranche auch darauf gefasst machen, dass es nicht klappt.

Homann drängte auf einen beschleunigten Ausbau der Stromtrassen in Deutschland und die Anbindung von Windparks in der Nordsee. „Dem Netzausbau gehört mehr Aufmerksamkeit“, warb der Amtschef. Zudem müsse der Strommarkt in Deutschland zügig nach der Bundestagswahl neu gestaltet werden. Seiner Ansicht nach braucht es dafür allerdings kein eigenes Regierungsressort. „Ich halte nicht viel davon, eine Energieministerium in Szene zu setzen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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