Deutscher Bauerntag Bauern wollen mehr Entschädigung für Stromtrassen

Vor der Ernte 2014 ist die Stimmung in der Agrarbranche verhalten optimistisch. Bedenken haben Landwirte bei der Energiewende: Vor dem Deutschen Bauerntag fordern sie höhere Entschädigungen für Stromtrassen über Agrarflächen.
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Energie vs. Landwirtschaft: Die Agrarbranche fordert Entschädigung für Stromtrassen über Nutzflächen. Quelle: dpa

Energie vs. Landwirtschaft: Die Agrarbranche fordert Entschädigung für Stromtrassen über Nutzflächen.

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BerlinDie deutschen Landwirte dringen auf einen besseren finanziellen Ausgleich, wenn neue Stromtrassen über Agrarflächen geführt werden sollen. „Ohne höhere Entschädigungen, die den heutigen Gegebenheiten entsprechen, kann die Energiewende nicht gelingen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vor dem Deutschen Bauerntag, der an diesem Mittwoch in Bad Dürkheim beginnt. Der Verband beharrt zudem auf wiederkehrenden Zahlungen anstelle bisher verankerter einmaliger Entschädigungen von zehn bis 20 Prozent des Verkehrswertes.

Wirtschaftlich sei die Stimmung der Branche verhalten positiv, sagte Rukwied. „In Summe gehen wir bei Getreide und Raps von einer guten Durchschnittsernte aus.“ Für eine Prognose zur Ertragslage der Landwirte in diesem Jahr sei es aber noch zu früh. „Man kann noch nicht vorhersagen, wie sich die Preise in der zweiten Jahreshälfte entwickeln und wie die Ernte 2014 vermarktet werden kann.“

Erneuerbare Energien nutzen
huGO-BildID: 17623366 In this photo taken on March 28, 2010 and released by the Shanghai Pacific Institute for International Strategy on Wednesday, A
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Die Nachfrage ist da: Die Erzeugung erneuerbarer Energien kann die Umweltverschmutzung reduzieren und die Versorgungslage verbessern. Dennoch tun sich viele Länder schwer damit, erneuerbare Energien effektiv und kosteneffizient in bestehende Netze zu integrieren. Ein Überblick der Herausforderungen und Lösungen in verschiedenen Ländern.

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Alles unter Kontrolle?

2012 wendete Deutschland 24 Milliarden Euro für Einspeisungstarife auf, die für Strom aus erneuerbaren Energien einen festen Preis pro Kilowattstunde garantieren. Diese Kosten haben die Begeisterung für erneuerbare Energiequellen abkühlen lassen.

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Ihre Gebote bitte!: Eine weitere Möglichkeit, Energiekosten zu senken: ein Auktionssystem. Brasilien versteigert Windkraftkapazitäten gekoppelt an langfristige Verträge. Durch Versteigerungen von Verträgen mit 20 Jahren Laufzeit konnten die bisherigen Einspeisungstarife um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

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Die Saison ist eröffnet: In Mexiko setzt die staatliche Energieversorgung auf einen Prozess namens „Open Season“: Übertragungskapazitäten sollen auf transparente Weise an private Erzeuger erneuerbarer Energien ausgegeben werden. Bis 2026 will Mexiko 35 Prozent seiner Versorgung mit erneuerbaren Energien realisieren.

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Hindernisse: Die monopolistische Position der Stromnetzbetreiber führt häufig zu hohen Anschlusskosten oder hohen Tarifen für erneuerbare Energien. Das aber hemmt das Wachstum. Um ihre Energieziele zu erreichen, müssen Regierungen weltweit für mehr Transparenz sorgen und die Tarifsituation im Sinne eines fairen Wettbewerbs regeln.

Der von der großen Koalition geplante gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro werde insbesondere in manchen Regionen in den neuen Bundesländern zu spüren sein - nicht nur bei Saisonarbeitskräften. „Die Lohnkosten in den Betrieben werden steigen. Obst, Gemüse, Wein - alle arbeitsintensiven Kulturen wären massiv betroffen.“

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA seien grundsätzlich zu begrüßen. „Wir sagen aber klipp und klar, dass unsere Standards nicht unterlaufen werden dürfen“, betonte Rukwied. „Wir haben europäische Regeln zur Gentechnik oder zum Hormoneinsatz in der Tierzucht, die in der Landwirtschaft umgesetzt werden. Es kann nicht angehen, dass dann Lebensmittel in den Regalen stehen, die deutlich unter unseren Standards erzeugt sind.“ Für die Einfuhr von Zucker, Rind- und Schweinefleisch auf den EU-Markt würden sicherlich auch Regeln für begrenzte Handelsmengen benötigt.

Der Bauernverband bekräftigte sein Ja zu einer geplanten Initiative von Ernährungsbranche und Handel für höhere Haltungsstandards bei Geflügel und Schweinen. „Die Bauern sind dabei, auf freiwilliger Basis noch mehr Tierwohl umzusetzen, gegen entsprechende Honorierung zusätzlich entstandener Kosten und Aufwendungen“, sagte Rukwied. „Wir warten darauf, dass nun auch vom Lebensmitteleinzelhandel der Startschuss gegeben wird.“ Für den finanziellen Ausgleich ist ein Fonds mit einem Volumen in zweistelliger Millionenhöhe im Gespräch.

  • dpa
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