Energie
Nachfrage nach Solaranlagen sinkt weiter

Bislang ist der deutsche Markt noch der größte Absatzmarkt für Solaranlagen – doch die Absätze brechen weiter ein. Die gesamte deutsche Branche blickt mit Bangen auf die Entwicklung auf dem Heimatmarkt.
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DüsseldorfFür die deutsche Solarindustrie sieht es düster aus: Die ohnehin vom Preisdruck an den Rand des Ruins getriebene Branche muss einen anhaltenden Nachfrageeinbruch auf dem Heimatmarkt verkraften - dem bislang weltweit größten Solarmarkt. So wurden bis zur Jahresmitte nur noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1800 Megawatt (MW) auf Dächer und Felder installiert - so viel wie allein im Juni 2012, wie aus den Datenmeldungen an die Bundesnetzagentur am Mittwoch hervorging. Im Juni dieses Jahres waren es noch lediglich 310 MW.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr nach monatelangem Gerangel mit Politik und Industrie drastische Förderkürzungen durchgesetzt. Im Vorfeld dessen hatten die Diskussionen über niedrigere Einspeisevergütungen zu einem Nachfrageboom geführt. So wurden 2012 wie schon im Jahr zuvor Anlagen mit einer Rekord-Gesamtleistung von jeweils rund 7500 MW installiert. Im ersten Halbjhr 2012 waren es rund 4400 MW.

Von diesem Boom konnte die deutsche Solarindustrie allerdings nicht profitieren. Der von Billigimporten verursachte Preisverfall sorgte vielmehr für zahlreiche Pleiten - unter ihnen die einstigen Pioniere Solon und Q-Cells. Zuletzt traf es Conergy. Hochverschuldet ringt derzeit Solarworld ums Überleben.

Die Hoffnung auf Hilfe aus Brüssel scheint sich in Luft aufzulösen. Die EU einigte sich am Wochenende mit China im Streit um Antidumpingzölle auf Solartechnik aus der Volksrepublik: Die Einigung sieht einen Mindestpreis von 57 Cent pro Watt und eine maximale Einfuhr von sieben Gigawatt (GW) vor, was etwa 70 Prozent des europäischen Marktes ausmacht. Der Interessenverband EU Pro Sun unter Führung der Bonner Solarworld kündigte umgehend eine Klage dagegen an, weil der Verband den Mindestpreis für zu niedrig hält.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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