ENERGIEEFFIZIENZ
Contracting – Stromsparen ohne Risiko

Um Kosten zu senken, beauftragen immer mehr Firmen externe Anbieter damit, Gebäude und Werkshallen energieeffizienter zu machen. Sie vermeiden so hohe Investitionen und geben stattdessen einen Teil der Einsparungen ab.
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KölnSeit die Energiewende beschlossene Sache ist, bekommen es Unternehmen immer wieder zu hören: Die deutsche Wirtschaft muss energieeffizienter werden. Und allmählich findet die Forderung aus Berlin tatsächlich Anklang in den Produktionsstraßen und Werkshallen der Republik.

Immer öfter nutzen Firmen dabei das sogenannte Einspar-Contracting, sie lagern Energieeffizienzmaßnahmen also aus. Ein externer Anbieter plant, baut, betreibt und finanziert das Projekt. Im Gegenzug behält er über einen vertraglich festgelegten Zeitraum von meist zehn bis 15 Jahren einen Teil der gesparten Energiekosten. Für den Auftraggeber entfallen Investitionskosten, zudem muss er sich nicht um die Wartung kümmern.

Der Verband für Wärmelieferung, in dem nach eigenen Angaben 60 Prozent der Contracting-Anbieter vertreten sind, verzeichnet seit Jahren eine stetig steigende Nachfrage. Allein von 2011 auf 2012 sei die Anzahl der Verträge, von denen es neben dem Einspar-Contracting weitere Spielarten gibt, um acht Prozent auf 45.900 gestiegen. Die Verbandsunternehmen machen damit inzwischen einen Umsatz von 2,18 Milliarden Euro.

Rund 500 Dienstleister gibt es derzeit nach Angaben der Energieagentur NRW in Deutschland. Zu den Anbietern gehören neben großen Energieversorgern wie RWE
oder EnBW auch Stadtwerke, Energieberatungen und Technologieriesen wie Siemens oder Johnson Controls. Bei Krankenhäusern, Schulen und anderen öffentliche Einrichtungen ist Contracting längst etabliert. Nun wächst das Interesse der Privatwirtschaft. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen können von Contracting profitieren, da sie so Aufwand und Know-how auslagern können“, sagt Stefan Meßmer, Partner in der Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler und Spezialist für Energiewirtschaftsrecht.

Zu den Vorteilen gehört auch, dass sich Unternehmen nicht um komplizierte Förderanträge kümmern müssen, da dies zumeist der Dienstleiser übernimmt. Er trägt außerdem das Risiko, wenn die vorher vereinbarte Energiespargarantie nicht eingehalten wird.

Malte Laub
Malte Laub
/ Freier Wirtschaftsjournalist
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